Präsident Zeman kritisiert öffentlich-rechtlichen TV-Sender ČT

Präsident Miloš Zeman hat am Freitag das Tschechische Fernsehen (ČT) hart kritisiert. Der öffentlich-rechtliche Sender erfülle seiner Meinung nach nicht die ihm zuerkannte Funktion, sagte Zeman zum Abschluss seines Besuchs im Pilsener Kreis. Er unterstütze deshalb den Vorschlag, dass die von den Bürgern gezahlten TV-Gebühren für allgemeinnützliche Zwecke verwendet werden sollten, erklärte Zeman. Die Leitung des Fernsehsenders bezeichnete die Kritik des Staatsoberhaupts als einen beispiellosen Angriff auf die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, den es so in der Zeit der demokratischen Gesellschaft noch nicht gegeben habe. Von derartigen Beleidigungen lasse man sich aber nicht einschüchtern, konterte der Sender.

Der Präsident reagierte mit seiner Kritik auf eine jüngste Äußerung von ČT-Generaldirektor Petr Dvořák, der bemerkt hatte, dass die Fernsehgebühren auch von Leuten ohne TV-Gerät entrichtet werden sollten. In Tschechien zahlen die Verbraucher im Monat 135 Kronen an TV- und 45 Kronen an Rundfunkgebühren. Das sind 1620 beziehungsweise 540 Kronen jährlich. Das entspricht 50,40 Euro beziehungsweise knapp 20 Euro im Jahr.