Piraten vermuten unerlaubte Begünstigungen bei OKD-Verkauf

Beim Verkauf eigener Anteile am Kohleförderer OKD im Jahr 2004 könnte der tschechische Staat das Unternehmen Karbon Invest unerlaubt begünstigt haben. Dies konstatierte der Piraten-Abgeordnete und Leiter der OKD-Untersuchungskommission Lukáš Černohorský in einer Stellungnahme am Montag. Demnach ließ der damalige Finanzminister Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) sämtliche Verkaufsunterlagen vom Büro des Karbon-Invest-Eigners Zdeněk Bakala ausarbeiten. Damit sei die Europäische Kommission getäuscht worden, hieß es. Die Kommission verfolgte die Privatisierung von OKD damals kritisch.

Der Staat verkaufte seine Anteile an dem Kohleförderer unter Wert für 4,1 Milliarden Kronen (heute 159 Millionen Euro) an das Unternehmen des Financiers und Medienmoguls Bakala. Dieser steht unter Verdacht, das Traditionsunternehmen in den Folgejahren überschuldet und ruiniert zu haben.