Ombudsmann: Widerrechtliche Sterilisation von mehr als 50 Frauen

30-12-2005

Aus den Untersuchungen des tschechischen Ombudsmanns Otakar Motejl wurden in der Vergangenheit in der Tschechoslowakei mehr als 50 widerrechtliche Sterilisationen bei Frauen durchgeführt. Darüber informierte am Donnertag das Tschechische Fernsehen. Ein Jahr lang hat der tschechische Ombudsmann gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium mehrere Beschwerden von Roma-Frauen untersucht. Es handle sich nicht um Diskriminierung, in den gesundheitlichen Dokumentationen fehlen jedoch schriftliche Anträge sowie Instruktionen für die Patientinnen, und dies sei nicht im Einklang mit den Richtlinien des Gesundheitsministeriums, sagte Motejl. Das Gesundheitsministerium ist noch zu keinem Schluss gekommen, die Ermittlungen laufen. Vertreter der Nichtregierungsorganisation "Liga der Menschenrechte" behaupten jedoch, dass die Sterilisation von Roma-Frauen in der Tschechoslowakei planmäßig durchgeführt wurde.