Neue Studie zur Haltung gegenüber Sudetendeutschen

27-12-2005

Die tschechische Akademie der Wissenschaften hat am Dienstag in Prag die Ergebnisse einer Langzeitstudie präsentiert, die sich mit der Frage beschäftigt, wie sich in den grenznahen Gebieten Tschechiens die Haltung gegenüber den Sudetendeutschen entwickelt. Verglichen wurden dabei Daten aus den Jahren 2003 und 2005. So gaben etwa vor zwei Jahren 8,1 Prozent der Befragten an, dass die Rückgabe von Eigentum an Sudetendeutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg vertrieben wurden, für sie prinzipiell infrage käme. Dieses Jahr waren nur noch 6,8 Prozent dieser Meinung. Auch die Deutsch-Tschechische Erklärung, die 1997 von den Regierungen beider Staaten beschlossen wurde, verliert in den Grenzgebieten an Zustimmung: 2003 hielten sie 48,4 Prozent für eine gute Basis der Beziehungen zwischen Tschechen und Sudentendeutschen, 2005 waren es gleich um sechs Prozentpunkte weniger. Immer mehr Menschen sind umgekehrt der Ansicht, dass man den Dingen am besten freien Lauf lassen solle und dass die Probleme mit der Vergangenheit sich früher oder später von selbst lösen. Dem stimmen nun 29 Prozent zu, das sind sechs mehr als noch vor zwei Jahren.