Neovlivní.cz: Polizei untersucht Steuerhinterziehungen beim Luxusressort Storchennest

Die Polizei begann zu überprüfen, ob es bei der Verwaltung des Wellness-Ressorts Čapí hnízdo (Storchennest) nicht zu Steuerhinterziehungen kam. Dies bestätigte ein Sprecher der Prager Staatsanwaltschaft gegenüber dem Nachrichtenserver Neovlivní.cz am Mittwoch. Es handelt sich dem Server zufolge um gesetzwidrige Mehrwertsteuerabrechnung, um Hunderte Millionen hohe Summen, die für die Werbung ausgegeben wurden und um Verdacht, dass weitere Steuerbetrüge begangen worden sind. Die Prager Polizei ermittelt seit mehr als drei Jahren im Fall des mutmaßlichen Betrugs mit EU-Subventionen für das Ressort, das heute zu der von Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) gegründeten Agrofert-Holding gehört. Gegen den Premier und einige seine Familienmitglieder wurden in diesem Fall Ermittlungen eingeleitet.

Der Nachrichtenserver informierte darüber, dass die mutmaßlichen Steuerdelikte im Zusammenhang mit dem Luxusressort Storchennest zum ersten Mal schon 2014 vom zuständigen deutschen Finanzamt erwähnt worden sind. Das Amt stellte die Zahlungen für die angebliche Reklame für die deutsche Agrofert-Zweigstelle im Ressort Storchennest in Frage. Das Wellness-Ressort hätte der Agrofert-Holding durch die Reklame helfen können, an Steuern zu sparen. Deutsche Finanzbeamte haben dem Wochenmagazin Echo24 zufolge damals über den Verdacht ihre tschechischen Kollegen informiert. Zu der Zeit war Babiš Finanzminister.