Leiterin der Gedenkstätte Lidice tritt zurück

21-01-2020 aktualisiert

Die Leiterin der Gedenkstätte Lidice, Martina Lehmannová, ist von ihrem Posten zurückgetreten. Dies teilte am Montag eine Sprecherin des Kulturministeriums mit, das der Träger der Gedenkstätte ist. Die Gründe für den Rücktritt aber wurden nicht genannt. Lehmannová leitete die Gedenkstätte seit April 2017. Die Institution wird vorübergehend ihre Stellvertreterin, Dagmar Kosová, leiten.

Die Gedenkstätte wurde im November vergangenen Jahres von Menschen kritisiert, die als Kinder die Zerstörung des Dorfes durch die Nationalsozialisten erlebten. Sie weise jedoch die Beschuldigung zurück, dass sie die Fakten über Lidice verkenne, sagte Lehmannová auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Sie spüre vielmehr kein Vertrauen in ihre Arbeit von Seiten des Kulturministers Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten). Deshalb habe sie sich zu diesem Schritt entschlossen, erwiderte Lehmannová. Sozialdemokrat Zaorálek ist Ende August zum Kulturminister ernannt worden. Er trat die Nachfolge seines drei Monate zuvor geschassten Parteikollegen Antonín Staněk an.