Konew-Denkmal: Tschechische Politiker empört über Nazi-Vergleich

07-09-2019

Eine Entschuldigung des russischen Ministers würde helfen, die Situation zu entschärfen. Dies sagte Tschechiens Chefdiplomat Tomáš Petříček über die jüngste Aussage des russischen Kulturministers Wladimir Medinski. Der Politiker nannte in einem Interview am Freitag den Bürgermeister des sechsten Prager Stadtbezirks, Ondřej Kolář, wegen der geplanten Verlegung des Konew-Denkmals einen „Gauleiter“. Ondřej Kolář selbst bezeichnete den Nazi-Vergleich Medinskis als unerhört sowie unflätig und verlangte eine Reaktion der offiziellen tschechischen Politik.

Marschall Iwan Stepanowitsch Konew war im Mai 1945 maßgeblich an der Befreiung Prags von den deutschen Besatzern beteiligt. In den vergangenen Jahren wurde dessen Denkmal in Prag wiederholt Ziel von Schmierereien und Farbangriffen, weshalb die Stadt das Standbild zeitweise verhüllen ließ. Vergangenes Jahr ließ die Bezirksverwaltung eine Tafel an der Statue anbringen, die auf Konews Rolle bei der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands und des Baus der Berliner Mauer hinweist sowie auf die angebliche Beteiligung des Marschalls an der Militärspionage vor der Niederschlagung des Prager Frühling 1968.