In Prag wird an Widerstandskämpfer und Retter von 200 Juden Karel Weirich erinnert

27-10-2015

An das dramatische Schicksal des tschechischen Journalisten und Widerstandskämpfers Karel Weirich haben die Teilnehmer einer Konferenz erinnert, die am Montagabend im Italienischen Kulturinstitut in Prag veranstaltet wurde. Weirich rettete während des Zweiten Weltkriegs in Italien 200 tschechoslowakischen Juden das Leben. Über das Engagement des Tschechen im Widerstand schrieb der italienische Forscher Alberto Tronchin ein Buch. In tschechischer Übersetzung wurde es vor kurzem vom Verlag Karmelitánské nakladatelství herausgegeben.

Karel Weirich (1906-1981) lebte Jahre lang in Italien, er war bei der vatikanischen Kongregation für Glaubenslehre beschäftigt. Seit 1934 war er Berichterstatter der damaligen Tschechoslowakischen Presseagentur ČTK in Rom. Er schloss sich dem Widerstand an und übermittelte tschechoslowakischen Exilanten Informationen. Weirich half den in Italien internierten Tschechen und Slowaken, besorgte ihnen Reisepässe und Visa und half ihnen aus dem Gefängnis zu kommen. Seinen größten Erfolg erzielte er mit der Rettung von 200 tschechoslowakischen Juden, die im Lager Ferramonti di Tarsia in Süditalien interniert waren. Weirich selbst wurde kurz vor dem Kriegsende zum Tod verurteilt und in der Strafanstalt in Bernau am Chiemsee gefangen gehalten. Am Mittwoch wird Karel Weirich posthum von Präsident Miloš Zeman mit dem Orden des Weißen Löwen ausgezeichnet.