Hamáček: Preisgabe von Geheiminfos über Agenten muss bestraft werden

17-05-2020

Der tschechische Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) hat am Sonntag in einer Diskussionsrunde des Tschechischen Fernsehens (ČT) das Fehlverhalten Einzelner in der Angelegenheit um den Prag-Aufenthalt eines russischen Diplomaten scharf kritisiert. Derjenige, der an die Öffentlichkeit die Information weitergegeben hat, dass dieser Diplomat angeblich ein mit Gift ausgestatteter Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes sei, müsste exemplarisch bestraft werden, sagte Hamáček. Denn dadurch seien Menschenleben gefährdet und die Arbeit der tschechischen Geheimdienste erschwert worden. Wegen der Preisgabe von streng vertraulichen Informationen hatte der zivile Geheimdienst (BIS) schon früher eine Strafanzeige gestellt.

Die Wochenzeitschrift „Respekt“ hatte unlängst darüber berichtet, dass ein mit Gift ausgestatteter russischer Geheimdienst-Mitarbeiter vor einigen Wochen nach Prag gereist sei, um drei Prager Stadtpolitiker für ihre „antirussischen Aktivitäten zu bestrafen“. Moskau dementierte und bezeichnete den Bericht als Zeitungsente. Die Ankunft des Diplomaten wurde andererseits von Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) bestätigt. Ob der Mann Gift bei sich hatte, aber wollte er nicht kommentieren. Nichtsdestotrotz bekommen seitdem drei Hauptstadt-Politiker Polizeischutz, darunter auch Prags Oberbürgermeister Zdeněk Hřib (Piraten).