Gedenktafel zur Zwangsumsiedlung von 1938 in Mikulov enthüllt

Im südmährischen Mikulov / Nikolsburg wurde am Mittwoch eine Gedenktafel enthüllt zur Zwangsumsiedlung der tschechoslowakischen Bürger vor 80 Jahren. Die Umsiedlung war das direkte Ergebnis des Münchner Abkommens vom 29. Oktober 1938, nach dem die Tschechoslowakei ihre Sudetengebiete an Hitler-Deutschland abtreten musste. Das Anbringen der Gedenktafel unterhalb des jüdischen Friedhofs wurde vom Brünner Verein für Museumswesen und Landeskunde initiiert. Man wolle damit kundtun, die Vor- und Nachkriegsgeschichte in der damaligen Tschechoslowakei nicht nur einseitig zu betrachten, erklärte der Verein.

In den Medien werde jetzt sehr häufig an die Vertreibung der Deutschen im Jahr 1945 erinnert, doch weitaus weniger spreche man über die Zwangsumsiedlung im Jahr 1938, sagt Jan Mervart vom Verein für Museumswesen und Landeskunde. Aufgrund des Münchner Abkommens hatte die Tschechoslowakei fast ein Drittel ihres Territoriums verloren. Ihre Heimatorte verlassen mussten damals Hunderttausende Tschechen, Juden und deutsche Antifaschisten.