Filmserie über Jan Palach hat Premiere in Prag

In Prag fand am Mittwoch die Premiere der dreiteiligen Filmserie „Der brennende Dornbusch“ statt, die Serie beschäftigt sich mit Jan Palach und dem Andenken an seine Selbstverbrennung. Das Auslandsdebüt des Films der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland findet am 30. Januar beim internationalen Filmfestival in Rotterdam statt.

Der Philosophiestudent Jan Palach hatte sich am 16. Januar 1969 aus Protest gegen die sowjetische Besatzung auf dem Prager Wenzelsplatz angezündet. Drei Tage später erlag er seinen schweren Verbrennungen. Palach wollte mit seiner Tat die Gesellschaft aus der Lethargie reißen. Die Filmserie von Agnieszka Holland zeigt den Wandel der Gesellschaft vom stillen Widerstand gegen die Okkupanten zur Resignation. Sie beschreibt die Geschichte der Anwältin Dagmar Burešová. Die Juristin prozessierte in den 1970er Jahren im Namen von Palachs Mutter gegen einen kommunistischen Abgeordneten, der die Tat des Studenten anzweifelte. Burešová wurde nach der Wende erste demokratische tschechische Justizministerin.