Ex-Präsident Havel: EU soll nicht endlos erweitert werden

01-10-2006

Die Europäische Union soll nach Meinung des tschechischen Ex-Präsidenten Vaclav Havel nicht allzu sehr erweitert werden. Die Notwendigkeit, die EU geografisch sowie ihren Werten nach zu definieren, bedeutet jedoch Havel zufolge nicht, die Türkei von der angestrebten EU-Mitgliedschaft auszuschließen. Das sagte der Ex-Präsident am Sonntag im Tschechischen Fernsehen. Er erinnerte daran, dass die Türkei Mitglied der NATO war und sich an der Verteidigung Europas gegen die Sowjetunion beteiligt hat. Auch Serbien und Albanien sollen Havel zufolge künftig Mitglieder der EU werden, falls sie es wollen und die notwendigen Bedingungen erfüllen werden. Mitglieder der EU könnten künftig auch Weißrussland und die Ukraine werden, meint Havel. Dort ende, so der Ex-Präsident, und beginne jedoch ein anderer Zivilisationskreis. Die Euroskeptiker sind nach Havels Meinung für eine größere Erweiterung der EU vielleicht aus dem Grund, weil sie die EU "ein wenig machtlos" machen wollen. Eine endlose Erweiterung würde die EU in eine weitere überflüssige UNO verwandeln, meint Havel.