Deutschland will Kauf von Prager Palais Lobkowicz bis 2013 eintüten

05-10-2012

Die Bundesrepublik Deutschland will die Verhandlungen mit der Tschechischen Republik über den Kauf ihres Prager Botschaftsgebäudes, des Palais Lobkowicz, bis zum nächsten Jahr abschließen. Das sagte die stellvertretende Außenministerin Cornelia Pieper in einem Gespräch für die Mitteldeutsche Zeitung. Dem Blatt zufolge soll sich der Kaufpreis für das Gebäude zwischen 10 und 24 Millionen Euro bewegen.

Für die Bundesrepublik habe das Gebäude eine große historische Bedeutung, erinnerte Pieper in dem Gespräch an die Rolle des Palais Lobkowicz in den bewegenden Wochen vor dem Einsturz der Berliner Mauer. Hier hatten sich im Spätsommer des Jahres 1989 rund 4000 Flüchtlinge aus der DDR verschanzt, um ihre Ausreise nach Westdeutschland zu erzwingen. Am Abend des 30. September 1989 hat der damalige bundesdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher den Vollzug dieses Wunsches auf dem Balkon des Palais Lobkowicz verkündet.

Wegen dieser geschichtlichen Bedeutung will Deutschland das Gebäude erwerben. Im Gegenzug hat der Bund ein Grundstück für einen neuen tschechischen Botschaftssitz in Berlin angeboten. Grundsätzlich hat die tschechische Regierung dem Tausch bereits zugestimmt.