Denkmal für Opfer des Eisernen Vorhangs in Bratislava enthüllt

10-08-2016

In Bratislava wurde am Dienstag ein Denkmal zur Erinnerung an Hartmut Tautz enthüllt. Der 18-jährige Ostdeutsche wurde vor 30 Jahren von den tschechoslowakischen Grenzsoldaten getötet. Bei seinem Fluchtversuch in den Westen wurde er von den Hunden der Grenzsoldaten zerfleischt. Tautz ist dem slowakischen Nachrichtenserver „teraz.sk“ zufolge das einzige Opfer, das beim Fluchtversuch aus der Tschechoslowakei nach einem Angriff von Hunden starb. An der Errichtung des Denkmals beteiligten sich die Europäische Plattform für Erinnern und Gedenken, das slowakische Institut des Nationalen Gedenkens und der Kreis Bratislava. Wie die Direktorin der Plattform, Neela Winkelmann, sagte, solle das Denkmal für immer an Ereignisse erinnern, die vor 30 Jahren passiert seien. Und es solle vor einer Staatsmacht warnen, die die Menschen missachtet. Man könne an die Getöteten an der ehemaligen Ost-West-System-Grenze nicht erinnern, ohne daran zu denken, dass konkrete Menschen dafür die Verantwortung trugen, sagte Sachsen-Anhalts Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Birgit Neumann-Becker, bei der Gedenkveranstaltung in Bratislava.