Chodenfest lockt Zehntausende Besucher ins westböhmische Domažlice

Im westböhmischen Domažlice / Taus werden mehr als 80 000 Besucher zu einem der größten Folklorefestivals Tschechiens erwartet. Vom 10. bis 12. August zeigen insgesamt rund 600 Mitglieder von Tanz- und Musikgruppen ihr Können auf fünf Bühnen, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Das sogenannte Chodenfest hatte ursprünglich einen religiösen Hintergrund und fiel auf den Namenstag des Heiligen Laurentius. Die Region an der Grenze zur Oberpfalz ist in Tschechien bekannt für ihre Dudelsackmusik.

Der katholische Erzbischof von Prag, Dominik Duka, wird am 11. August in Domažlice einen Gottesdienst unter freiem Himmel abhalten. Die Choden waren ein bäuerlicher Volksstamm, dessen Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen. Während der nationalen Wiedergeburt der Tschechen im 19. Jahrhundert wurden sie von Künstlern oftmals als slawische Grenzwächter gegenüber den Germanen dargestellt. Allerdings gab es nach Darstellung von Ethnologen auch deutschsprachige Chodendörfer.