Brexit: Babiš hofft auf Umdenken, Zeman spricht von Unglück

Dank der Vereinbarung eines Brexit-Aufschubs bis Ende Oktober, haben die Briten genügend Zeit, um zu entscheiden, was sie bezüglich ihres EU-Austritts eigentlich wollen. Dies sagte der tschechische Regierungschef Andrej Babiš (Ano) in der Nacht zu Donnerstag vor Journalisten in Brüssel. Tschechiens Staatspräsident Miloš Zeman sprach am Donnerstag von einem Unglück, sollte Großbritannien die EU tatsächlich verlassen. Dabei würden die Umsätze der Wirtschaft um 15 Prozent einbrechen, warnte Zeman. Eine Wiederholung des Brexit-Referendums lehnt er jedoch ab. Dies wäre eine Beleidigung der Wähler, so das Staatsoberhaupt.

Zuvor haben die 27 Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer auf ihrem Sondergipfel acht Stunden darüber beraten, wie sie auf einen Antrag der britische Premierministerin Theresa May reagieren sollten. May hatte um einen Aufschub des Brexits ersucht. Laut Babiš wurde ein Kompromiss nur schwer gefunden. Die Mehrzahl der Unionsstaaten plädierte für den Aufschub, darunter auch Tschechien. Doch über die Dauer des Aufschubs wurde lange debattiert. Einige Länder wollten den Brexit auf mehrere Jahre hinausschieben, er selbst bis Ende März 2020, sagte Babiš. Nun aber haben die Briten ihre Teilnahme an der Europawahl Ende Mai zu organisieren, ansonsten müssen sie die Union zum 1. Juni ohne Vertrag verlassen, verwies Babiš auf eine wichtige Bedingung.