Beschäftigte von ČEZ fordern höheren Lohn und mehr Urlaub

Vor dem Hauptgebäude des tschechischen Energiekonzerns ČEZ haben am Dienstagvormittag zirka 80 Beschäftigte der Firma protestiert. Auf ihrer Kundgebung forderten sie für das nächste Jahr eine Erhöhung des Tariflohns um 13,8 Prozent, kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub und eine höhere Bezuschussung der betrieblichen Rentenversicherung. Der 45-minütigen Protestaktion vorausgegangen waren sieben Verhandlungsrunden zwischen der Firmenleitung und den Gewerkschaftern zum Kollektivvertrag. Bisher wurde noch in keinem einzigen Punkt eine Einigung erzielt. Zur Unterstützung der Kundgebung in Prag traten zeitgleich auch knapp 100 Arbeitnehmer des Atomkraftwerks Temelín in einen fünfminütigen Ausstand.

Die Firma ČEZ ist der größte Energiekonzern in Tschechien. Im vergangenen Jahr steigerte ČEZ seinen Reingewinn um 30 Prozent auf 19 Milliarden Kronen (730 Millionen Euro). Zum Durchschnittslohn der Beschäftigten, die aufgrund ihrer Qualifizierung unterschiedlichen Lohngruppen angehören, gibt es keine offiziellen Angaben. Die Wochenzeitung „Euro“ gab im November an, dass der Durchschnittslohn der Angestellten bei ČEZ einschließlich Prämien im Jahr 2017 bei 63.805 Kronen (2250 Euro) gelegen habe. Das tschechische Statistikamt (ČSÚ) wiederum veröffentlichte, dass der Durchschnittslohn bei 43.260 Kronen (1665 Euro) liege.