Babiš schließt Reparationsforderungen an Deutschland aus

Die tschechische Regierung hält die Frage der Reparationsforderungen an Deutschland nicht für aktuell. Eine eventuelle Entscheidung, Reparationsansprüche zu erheben, wäre unglücklich, meint Premier Andrej Babiš (Ano). Er führte dies in seiner Antwort auf eine schriftliche Interpelation des kommunistischen Abgeordneten Jiří Valenta an, wie die Nachrichtenagentur ČTK am Sonntag berichtet. Der Parlamentarier reagierte mit seiner Interpelation auf die jüngsten Reparationsforderungen Polens.

Die Forderungen würden das Vertrauen in Europa stark stören, meinte Babiš. Er verwies auf die Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997, in der die beiden Seiten vereinbart hatten, die bilateralen Beziehungen durch politische und rechtliche Fragen der Vergangenheit nicht zu belasten.

Die Reparationsschäden in der Tschechoslowakei erreichten nach dem Zweiten Weltkrieg 306 Milliarden der damaligen Kronen. Sie wurden zu vier Prozent ausgeglichen.