Babiš fordert schnelle Reaktion Europas in Türkei-Syrien-Frage

09-10-2019

Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) hat sich besorgt geäußert über einen möglichen türkischen Militärschlag gegen die Kurden in Syrien. Er würde eine schnelle Reaktion Europas in dieser Frage begrüßen, sagte der Regierungschef. Babiš warnte, dass ein militärisches Vorgehen der Türkei in der Region eine weitere Flüchtlingswelle in Richtung Europa auslösen könnte. Er erwarte ebenso, dass sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dieser Angelegenheit befasse, sagte Babiš am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Prag.

Die Türkei will gegen die kurdische Miliz YPG militärisch vorgehen, sie hält diese für eine Terrororganisation. Die Kurden haben allerdings in Syrien zusammen mit den Amerikanern gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ gekämpft. Vor Journalisten erklärte Andrej Babiš, dass er von der Entwicklung überrascht sei. Anfang September habe er noch mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan über Syrien gesprochen. Dabei habe er Erdoğan gesagt, dass die Länder der Visegrád-Gruppe – also Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei – dessen Absicht unterstützen, in Nordsyrien eine Schutzzone für Flüchtlinge einzurichten.