Ausstellung zeigt tragisches Schicksal des Komponisten Viktor Ullmann

10-04-2015

Eine beachtenswerte Ausstellung über den österreichisch-jüdischen Komponisten Viktor Ullmann (1898 - 1944) ist diese Tage in Prag zu sehen. Ullmann meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig zum Militärdienst. Die Ausstellung geht nun der Frage nach, wie sich die fürchterlichen Fronterfahrungen auf das Schaffen des Musikers auswirkten. Neue Einsichten bieten unter anderem die vor einiger Zeit in Berlin entdeckten Briefe Ullmanns von der Front an seine Geliebte Anny Wottitz in Wien. An der Isonzofront im heutigen Slowenien sei Ullmann Zeuge der „Kriegsapokalypse“ des Ersten Weltkriegs geworden, teilten die Ausstellungsmacher um Regisseur Herbert Gantschacher mit. Diese Erlebnisse habe er später in der Anti-Kriegs-Oper „Der Kaiser von Atlantis“ verarbeitet, die daher nicht ausschließlich als Parabel auf NS-Diktator Hitler zu verstehen sei. Sein bekanntestes Stück verfasste Ullmann gemeinsam mit Mithäftling Peter Kien im KZ Theresienstadt. Er fiel der nationalsozialistischen Rassenideologie zum Opfer und wurde 1944 in Auschwitz ermordet. Die Ausstellung „Viktor Ullmann – Zeuge und Opfer der Apokalypse“ ist bis zum 31. Mai im Prager Stadtarchiv zu sehen.