Komposition des Jahrhunderts: Janáčeks Sinfonietta

Die Hörer des Tschechischen Rundfunks haben in einer Umfrage abgestimmt, welches musikalische Werk tschechischer Künstler sie am liebsten mögen.

Symphonie-Orchester des Tschechischen Rundfunks (Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Symphonie-Orchester des Tschechischen Rundfunks (Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

SinfoniettaSinfonietta Rund dreieinhalbtausend nahmen Ende September, Anfang Oktober an der Umfrage teil. Die Stücke, die zur Abstimmung standen, hatte eine Jury aus 122 Experten ausgesucht. Im Bereich „Komposition des Jahrhunderts“ siegte die Sinfonietta von Leoš Janáček. Der Komponist erhielt im Übrigen auch im Bereich „Opernwerk“ die meisten Stimmen, und zwar für „Příhody lišky Bystroušky“ (Das schlaue Füchslein).

Die Sinfonietta ist eines der letzten Werke von Janáček. Anlass für die Komposition war das große Treffen des Turnverbandes Sokol, das 1926 stattfand. Anstatt der zunächst angedachten Fanfaren für die Turner entstand ein fünfsätziges Orchesterwerk. Dieses ist kontrastreich und farbenfroh, mit lyrischen und stark rhythmischen Passagen. Insgesamt besticht es durch seinen originellen Klang. Erstaufgeführt wurde die Sinfonietta dann auch wirklich beim Sokol-Treffen.

Das Symphonie-Orchester des Tschechischen Rundfunks unter der Leitung von Dirigent Radek Baborák hat das Stück am 28. Oktober bei einem Festkonzert im Prager Rudolfinum gespielt. Anlass war die Gründung der Tschechoslowakei vor 100 Jahren.