Komponist und Pianist Gideon Klein – Künstler im KZ Theresienstadt

Er war ein hochbegabter Komponist und Pianist, seine letzten Werke schrieb er vor 70 Jahren im KZ Theresienstadt: Gideon Klein wurde im Oktober 1944 nach Auschwitz und von dort ins Außenlager Fürstengrube deportiert, wo er nach einigen Monaten starb.

Gideon Klein wurde 1919 im mährischen Přerov / Prerau geboren. Er war schon als Kind musikalisch sehr begabt. Seinen ersten Klavierunterricht erhielt er von Růžena Kurzová. Später besuchte er in Prag die Meisterklasse bei Professor Vilém Kurz. Parallel studierte er die Musikwissenschaft an der Karlsuniversität und Komposition bei Professor Alois Hába. Als die Nazis 1939 die tschechischen Hochschulen schlossen, musste er sein Studium abbrechen. Im Dezember 1941 wurde Gideon Klein in Theresienstadt interniert. Auch dort hörte er nicht auf, weitere Werke zu schreiben. Im Oktober 1944 wurde er nach Auschwitz und von dort ins Außenlager Fürstengrube deportiert, wo er nach einigen Monaten unter nicht geklärten Umständen starb.

Das Streichtrio für Violine, Viola und Cello ist Kleins letztes Werk. Die Komposition erinnert an Leoš Janáčeks Musik, die Klein sehr gern hatte. Den zweiten Satz bilden Variationen auf das mährische Volkslied „Ligotala sa hvězdička“. Den dritten Satz des Trios beendete der Komponist am 7. Oktober. Neun Tage später wurde er nach Auschwitz deportiert.

Gideon Kleins Schwester Eliška unterstützte die Herausgabe der Werke ihres Bruders und gründete 1994 eine Gideon-Klein-Stiftung.