Kein bisschen müde: Jazzpianist Viklický wird 70

Der Pianist und Komponist Emil Viklický hat am Freitag seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der Jubilar spielt in mehreren Jazzformationen und gilt als einer der vielseitigsten Musiker der tschechischen Szene.

Emil Viklický (Foto: Zdeněk Slavotínek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Emil Viklický (Foto: Zdeněk Slavotínek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Emil Viklický (Foto: Tomáš Krist, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Emil Viklický (Foto: Tomáš Krist, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Viklický stammt aus dem mährischen Olomouc / Olmütz. Dort hat er übrigens an der Universität numerische Mathematik studiert. Aber noch während seiner Hochschulzeit packten ihn das Klavierspiel und der Jazz. Ein Studienaufenthalt am renommierten Berklee College in Boston zeichnete dann seinen Weg zu einem Spitzenmusiker vor. In den USA lernte er auch den Gitarristen Bill Frisell kennen. Mit ihm spielte er 1979 das Album „Okno“ (Fenster) ein, im Stil der damaligen Jazz-Fusion.

Auch nach der Rückkehr aus den USA konnte Viklický seine internationale Karriere weiterverfolgen. So spielte er zum Beispiel im Lou Blackburn International Quartet und trat in dem Ensemble auch in Westeuropa auf. 1982 und 1983 war der Pianist in Finnland, wo er intensiv mit dem Trompeter und Organist Jarmo Sermilä zusammenarbeitete. Daraus entstand unter anderem das hoch gelobte Album „Confluence“ (1985).

Emil Viklický (Foto: Zdeněk Slavotínek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Emil Viklický (Foto: Zdeněk Slavotínek, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Mit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs wurde Emil Viklický auch international immer gefragter. Mehrere Dutzend Alben hat er seitdem herausgebracht – auf vielen wird er von anerkannten ausländischen Jazzern unterstützt. So etwa „Summertime“, eingespielt zusammen mit dem Saxophonisten und Trompeter Scott Robertson (2004).

Viklický hat sich aber auch auf musikalische Reisen begeben. So komponierte er drei Opern und arbeitete mit der alternativen Musikszene zusammen. Dazu gehört etwa auch die Sängerin und Geigerin Iva Bittová. Nicht zuletzt kommen auch Einflüsse mährischer Folklore zu tragen. Am deutlichsten ist das auf den Alben „Za horama, za lesama“ (1990) eben mit Iva Bittová und auf der Platte „Prší déšť“ (1996) zu hören. Letztere entstand zusammen mit dem Geiger Jiří Pavlica und der Sängerin und Zimbalspielerin Zuzana Lapčíková.

Illustrationsfoto: PixabayIllustrationsfoto: Pixabay Aber auch mit 70 Jahren ist Emil Viklický keineswegs müde. In diesem Jahr hat er bereits drei Alben herausgegeben. Und zwar „Humoresque“ mit dem Kontrabassisten Petr Dvorský und dem Schlagzeuger Ernie Adams. Für ein japanisches Label hat er „Moravian Romance: Live At Jazz Fest Brno 2018“ zusammengestellt. Es sind Aufnahmen zusammen mit Miroslav Vitouš, dem Gründer der legendären Fusion-Band Weather Report. Und im Oktober hat er es dann noch geschafft, mit seinem Trio einige Songs von Jiří Šlitr und Jiří Suchý zu einer Platte einzuspielen. Und derzeit ist er mit seiner Band auf einer kleinen Tournee durch Prager Clubs. Den Höhepunkt bildet am 17. Dezember ein gemeinsamer Auftritt mit dem erwähnten Miroslav Vitouš im Neustädter Rathaus.