Gesellschaftskritisch und oft vulgär: die Rockband „Škwor"

Sie galten lange Zeit als erste und einzige tschechische „Nu-Metal“-Band, als Vertreter jener Musikrichtung also, die Elemente aus den Stilrichtungen Trash Rock, Hardcore Punk, Grunge und Rap aufgreifen. Die Band „Škwor“ – eine Anspielung auf das Wort „škvor“, zu Deutsch „Ohrwurm“ - gründete sich 1998.

Tomáš Kmec, Leo Holan, František Vadlech und Petr Hrdlička fühlen sich linken Idealen verbunden. Dem Selbstverständnis der Nu-Metal-Bewegung entsprechend sehen sie sich als Sprachrohr der Benachteiligten in der Gesellschaft. Die Staatsmacht hingegen kommt nicht immer gut weg, wie etwa im Lied „Policajt“ – „Bulle“. Der Polizist wird als Versager und Vertreter der spießig-kleinbürgerlichen Merheitsgesellschaft verachtet, so manches Wort in dem Lied ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht unbedingt sendefähig.

Sehr derb beschreiben Škwor auch das Verhältnis zwischen Mann und Frau, wobei sie keinen Zweifel daran lassen, wie sie das Klischee vom „schwachen Geschlecht“ interpretieren: die Weiblichkeit hat dem Macho…pardon Mann…stets zu Diensten zu stehen. Kein Wunder, dass sich ein Titel „Krávo“ – „Du blöde Kuh“ nennt. Einen sehr entspannten Zugang pflegen die Jungs von „Škwor“ zum Thema Alkohol: Im Lied „Kořálky“ – „Schnaps“ meinen sie, es sei „ein Kreuz mit dem Alkohol“. Ein bisschen zu viel davon, und schon gerät der Abend außer Kontrolle – Stoff für einen Streit am Morgen danach:

„Du hast dich gestern wieder besoffen. Ich wollt’ es verbergen. Ins Wohnzimmer hast du mir gepisst. Na, ich hätte auch kotzen können. Und die ganze Bude hast du mir ruiniert. Nicht wahr. Randaliert hast du und ordinär geschimpft. Blödsinn.“