Karel Ruzicka. Der Grandseigneur des tschechischen Jazzpianos. Ein musikalisches Porträt

Zu den jazzmusikalischen Fixsternen gehört in Tschechien und vormals in der Tschechoslowakei der Pianist Karel Ruzicka. Hören Sie dazu im KULTURSALON ein musikalisches Porträt dieses Ausnahmekünstlers von Alexander Schneller.

Karel RuzickaKarel Ruzicka Gute Pianisten des tschechischen Jazz gibt es zuhauf. Zweifellos aber hat einer eine ganz besondere Position inne. Und zwar der 1940 geborene Karel Ruzicka. Karel Ruzicka deshalb, weil sein Sohn Karel Ruzicka jun. ein äusserst begabter Saxofonist ist. Interessant ist zu erwähnen, dass Karel Ruzicka zunächst als Schlagzeuger ausgebildet wurde. Dies deshalb, weil am Konservatorium damals zu viele Pianisten studierten. Die einzige Möglichkeit war dann halt das Schlagzeug. Das aber empfindet Ruzicka als Glücksfall. Denn ein gutes und ausgebildetes Rhythmusgefühl ist für einen Pianisten unabdingbar. Und so hört man aus seinem unverwechselbaren Spiel und Stil immer wieder das perkussive Element heraus. Dazu das folgende Beispiel. Wir hören aus dem Jahr 2000 eine eigenwillige Interpretation von Sonny Rollins' Hit "Oleo".

Ob es in seiner Familie musikalische Vorbelastungen, Begabungen gab, wollte ich von Karel Ruzicka wissen.

"Die Familie war musikalisch, wenn auch nicht professionell. Meine Eltern kauften meinetwegen ein Klavier und mein Vater lernte selbst darauf zu spielen. Er spielte auch Mandoline. Die Mutter sang selbstverständlich.. So kann man schon sagen, dass es in unserer Familie Musikliebhaber und eine entsprechende Begabung gab. Und so etwas ist in den Anfängen einer Musikerkarriere immer sehr wichtig."

Und die Begabung für Musikalisches wird in der Familie weitergegeben. Hören wir aus dem Jahr 1995 eine Komposition von Vater und Sohn Ruzicka mit dem vielsagenden Titel "Together". Der Sohn spielt Sopransaxofon.

Karel Ruzicka unterrichtet seit zehn Jahren Komposition am Prager Jaroslav-Jezek-Konservatorium, einer Hochschule des Jazz. Seine gepflegte, freundliche und gelassene Art, hinter der sich ein witziger und vor allem tiefgründiger Mensch verbirgt, macht ihn zum wahren Grandseigneur des tschechischen Pianojazz. Und er hat auch jetzt noch vieles vor. Dazu gehört unter anderem ein weiteres Solopiano-Projekt. Hören wir deshalb zum Abschluss einen Ausschnitt aus einem Solostück und einer Eigenkomposition aus dem Jahr 1990 mit dem Titel "Song of Hope".

Mit diesen Klängen ist der heutige KULTURSALON zu Ende. Sie hörten ein musikalisches Porträt des tschechischen Jazzpianisten Karel Ruzicka. Keep swinging wünscht Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, Alexander Schneller.