Festival Dvořáks Prag beginnt

Das internationale Musikfestival „Dvořáks Prag“ gilt als Huldigung an den weltbekannten Komponisten, dessen Namen es trägt. Er sei zudem der beste Botschafter der Tschechen in der Musikwelt, sagen die Veranstalter. Am 7. September wird die 13. Auflage der Festspiele in der tschechischen Hauptstadt eröffnet. Doch bereits am diesem Sonntag gibt es einen „Tag mit Antonín Dvořák“.

Foto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Tomáš Vodňanský, Archiv des Tschechischen Rundfunks Das Festival „Dvořáks Prag“ beginnt wie in den vergangenen Jahren am 7. September. Das Datum ist nicht zufällig gewählt. Denn Antonín Dvořák wurde am 8. September 1841 geboren. Beim Eröffnungskonzert erklingt die Kantate „Die Geisterbraut“. Als literarische Vorlage nutzte Dvořák ein Gedicht von Karel Jaromír Erben (1811-1870). Marek Vrabec ist der künstlerische Leiter des Festivals:

„Das Konzert gehört zu unserer Serie ,Dvořák Collection‘, in deren Rahmen im vergangenen wie auch in diesem Jahr alle Kantaten, Messen und Chöre des Komponisten erklingen. Ebenso bedeutend ist für uns die Aufführung des Oratoriums Heilige Ludmila. Das Werk wird selten und eher bei festlichen Gelegenheiten gespielt. Wir nehmen als Anlass den 100. Gründungstag der Tschechoslowakei. Deswegen soll das Opus auf besondere Weise aufgeführt werden.“

Marek Vrabec (Foto: Vojtěch Havlík, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Marek Vrabec (Foto: Vojtěch Havlík, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Die Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Jakub Hrůša spielt das Oratorium. Singen wird der Philharmonische Chor. Das Konzert im Dvořák-Saal des Rudolfinums wird vom Tschechischen Fernsehen live übertragen. Vor dem Gebäude sollen weitere etwa 250 Sängerinnen und Sänger in den Gesang einstimmen, der aus dem Konzertsaal nach draußen übertragen wird. Dirigent Hrůša leitet die Tschechischen Philharmoniker auch beim Eröffnungskonzert. Marek Vrabec:

„Er ist ein Dirigent, den man nicht so ohne Weiteres engagieren kann, weil er im Ausland viele Erfolge feiert. Es freut uns, dass gerade er die beiden großen Werke dirigiert.“

Im Rahmen der „Dvořák Collection“ erklingt zudem am 16. September die sogenannte „Messe von Lužany“. Die Veranstalter des Festivals bemühen sich, Dvořáks Musik in möglichst authentischer Form aufzuführen. Das heißt, sie soll in etwa so klingen, wie sie zur Zeit ihrer Entstehung gespielt wurde. Der künstlerische Leiter:

Schloss Lužany (Foto: Jik jik, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)Schloss Lužany (Foto: Jik jik, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0) „Die ‚Messe von Lužany‘ wurde beim Festival bereits aufgeführt, aber mit Orgelbegleitung. Sie erklang im Schloss Lužany – bei einem Ausflug auf den Spuren des Komponisten. Diesmal wird die Messe in der Fassung gespielt, die Dvořák direkt für das Rudolfinum geschrieben und die er selbst für die gelungenste Version gehalten hat. Das britische Ensemble Orchestra of the Age of Enlightenment und der Chor des King´s College kommen extra nach Prag, um das kaum gespielte Werk zu intonieren.“

Huldigung an Bernstein

Am 12. August wäre der Komponist und Dirigent Leonard Bernstein 100 Jahre alt geworden. Beim Festival Dvořáks Prag wird mit zwei Konzerten an den Amerikaner erinnert. Marek Vrabec dazu:

Janine Jansen (Foto: YouTube)Janine Jansen (Foto: YouTube) „Die niederländische Geigerin Janine Jansen spielt mit dem renommierten österreichischen Orchester Camerata Salzburg Bernsteins ‚Serenade nach Platons Symposium‘. Und eine Komposition von Bernstein erklingt zudem bei einem Konzert, das mir eine besonders große Freude bereitet. Denn es ist immer ein Ereignis, den phänomenalen polnischen Pianisten Krystian Zimerman bei einem Musikfestival zu erleben. Er wird ein Werk spielen, das er als junger Klaviervirtuose zusammen mit Leonard Bernstein aufgeführt hat. Es ist die zweite Sinfonie mit dem Titel ,Das Zeitalter der Angst‘. Beim selben Konzert erklingt eine Rarität, die wohl nur alle 50 Jahre zu hören ist, und zwar Dvořáks ,Amerikanische Flagge‘. Es ist die einzige Komposition, die Dvořák zu einem englischen Text geschrieben hat.“

Kateřina Kněžíková (Foto: Vojtěch Havlík, Archiv des Tschechischen Rundfunks)Kateřina Kněžíková (Foto: Vojtěch Havlík, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Die tschechische Sopranistin Kateřina Kněžíková tritt bei zwei Konzerten auf. In der Kantate „Geisterbraut“ übernimmt sie die Rolle des Mädchens, das für seine Sehnsucht fast mit ihrem eigenen Leben bezahlt hat. Zudem singt sie auch im Oratorium „Heilige Ludmila“. Die Opernsängerin sagt, sie wollte sich die Gelegenheit, beim Festival zu singen, nicht entgehen lassen:

„Das Oratorium wird nicht oft aufgeführt. Ich habe die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal in der Heiligen Ludmila zu singen. Dies bedeutet mir sehr viel.“

Eine Art Festivalouvertüre war in den vergangenen Jahren immer der sogenannte „Tag mit Antonín Dvořák“. Dabei werden Orte besucht, an denen der Komponist gewirkt hat. Natürlich wird dabei auch musiziert. Diesmal spaziert man am 2. September auf Dvořáks Spuren in Prag. Von der Wohnung von Mäzen Josef Hlávka geht es in die Adalbert-Kirche, in den Saal des Chors Hlahol und in den Konvikt. Zudem wird am selben Tag im Agnes-Kloster ein Familientag veranstaltet, bei dem vor allem Kinder bei Workshops und Konzerten auf ihre Kosten kommen.

 

Das Festival Dvořáks Prag wird am 7. September eröffnet und dauert bis 21. September. Beim Abschlusskonzert spielt die Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Manfred Honneck. Nicht nur für dieses Konzert, sondern auch für einige weitere Veranstaltungen gibt es noch Restkarten.