Sprachkurs XVII. - Vornamen

01-10-1999

Täglich bombardieren wir Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, mit ihnen und nie erklären wir ihre Bedeutung: die Rede ist natürlich von den tschechischen Namen - sowohl Vor- als auch Nachnamen. Endlich wollen wir dieses Versäumnis nachholen und beginnen heute mit den Vornamen:

Josef, Jan, Petr, Lukáš, Tomáš, Pavel, Jakub: auch nach 40 Jahren Sozialismus gehören die klassischen biblischen Namen in ihrer tschechischen Variante zu den hierzulande beliebtesten männlichen Vornamen. Hinzukommen typisch tschechische Namen, die entweder auf -mir, -mil oder -slav enden: Verdeutlichen wir die Bedeutung dieser Endungen an einem Beispiel: Bohumil wäre im Deutschen Gottlieb, Bohumír wäre Gottfried und Bohuslav schliesslich Gottruhm. Ebenso liessen sich andere Vornamen übersetzten: Vlastimil als Heimatlieb, Vladimír könnte als "Regier die Welt" übersetzt werden, hinter Vítězslav versteckt sich ein Siegfried. Besonders schön klingen die Namen Květoslav - in etwa "Ruhm der Blume" oder der beliebte Vorname Jaroslav Frühlingsruhm.

Etwas veraltet klingen andere typisch tschechische Namen, wie Svatopluk oder Bořivoj. Beliebt hingegen sich tschechische Versionen von Vornamen wie Ondřej-Andreas, Matěj-Matthias, Vojtěch-Adalbert, und die für deutsche Zungen schwer aussprechbare Řehoř-Gregor bzw. Jiří Georg.

Nur selten sind diese Namen allerdings in dieser schriftsprachlichen Form zu hören, denn im Tschechischen sind Koseformen in Form von Verkleinerungen äusserst beliebt. So wird aus jedem Jan ein Honza oder Honzík, aus einem Josef ein Pepa oder Pepík, aus Miroslav ein Mirek, aus Tomáš ein Tomík oder Tomášek, aus Jakub ein Kuba und die Präsidentengattin wird Václav Havel bestimmt nicht als Václav sondern mit Vašek anreden.

Viele weibliche Vornamen sind Ableitungen von männlichen, an die einfach ein -a angehängt wird, wie z.B. Vladimíra, Bohumila, Jarmila. Beliebt sind die tschechischen Versionen von Vornamen wie z.B. Tereza, Kateřina, Anna, Hana oder Barbora, Markéta. Hinzu kommen auch hier typisch tschechische Namen wie z.B. Růžena - in etwas Rosa, Zlata- die Goldene, Květa- in etwa als Flora übersetzbar oder Božena-die Göttliche. Auch die offiziellen weiblichen Vornamen hört man im familiären Gebrauch selten. So wird aus Kateřina Katka bzw. Káťa, aus Jarmila Jarka, aus Anna Anička und aus Hana Hanka. Und das wäre es für heute auch schon.

01-10-1999