Der Fasching

14-02-2020

An vielen Orten Tschechiens wird der Fasching gefeiert. Dazu nun ein paar Vokabeln.

Fasching - masopust (Foto: ČTK / David Taneček)Fasching - masopust (Foto: ČTK / David Taneček)

Fleisch - maso (Foto: Mogens Petersen, Pixabay / CC0)Fleisch - maso (Foto: Mogens Petersen, Pixabay / CC0) Der Fasching heißt auf Tschechisch masopust. Die Bezeichnung ist die wörtliche Übersetzung aus den romanischen Sprachen. Der Begriff besteht erstens aus dem Fleisch – maso, und im zweiten Wortstamm – pust – verbirgt sich das Verb lassen – pustit beziehungsweise auf etwas verzichten – upustit od něčeho. Im Tschechischen gibt es diese rein tschechische Übersetzung masopust, aber auch das international verständliche Äquivalent karneval. Allerdings bedeutet karneval heutzutage nicht mehr der gesamte Fasching, sondern ein Maskenfest.

Zurück aber zum masopust. Viele vermuten in der Bezeichnung die Stämme maso und půst, also das Fasten. Das ist aber falsch, die Verwandtschaft ist nur scheinbar. Beim Fasten verzichtet man zwar auf Fleisch, das Wort půst, früher póst, ist aber einst aus dem Mittelhochdeutschen fasto, also fest, und dem Fasten entstanden. Eine solche Fehletymologie, bei der ein falscher historischer Wortzusammenhang hergestellt wird, nennt sich Volksetymologie – lidová etymologie.

Schlachtfest - zabijačka (Foto: Straktur, Wikimedia Commons, CC0)Schlachtfest - zabijačka (Foto: Straktur, Wikimedia Commons, CC0) Der Fasching – masopust hat auch viele regionale und mundartliche Bezeichnungen. Für deutsche Ohren vertraut klingen sicher die Bezeichnungen fašank beziehungsweise fašanky, es gibt aber auch noch weitere wie etwa ostatky oder voračky.

Als masopust bezeichnet man im weiteren Sinn die Zeit zwischen Dreikönig – Tři králové und Aschermittwoch – Popeleční středa. Im engeren sind es nur die letzten Tage dieser Zeit, an denen der Abschied vom Fleisch gefeiert wird. Während der Faschingszeit finden traditionell Schlachtfeste – zabijačky statt. Es war die Zeit, um zu schmausen – hodovat und sich zu vergnügen – veselit se. In der Vergangenheit wurden dann oft auch Hochzeiten gefeiert – svatby. Mit all diesen Lustbarkeiten – radovánky ist am Aschermittwoch Schluss. Es beginnt die Fastenzeit – půst, die bis Ostern – Velikonoce dauert. Auf Wiederhören! Na slyšenou!

14-02-2020