Alles gelb: Die Pollen

Tschechien lag in den letzten Tagen unter einem gelben Schleier. Schuld waren Blütenpollen. Dazu nun einige Vokabeln.

Pollenkörner - pylová zrna (Foto: Public Domain)Pollenkörner - pylová zrna (Foto: Public Domain) Pollen beziehungsweise Blütenstaub heißen auf Tschechisch pyl. Die einzelnen Pollenkörner sind pylová zrna. Sie bilden einen feinen gelben Staub – prášek, dieser hat in den zurückliegenden Tagen hierzulande alles bedeckt. Gebildet werden die Pollen in den Blüten – květy von Bäumen und Blumen, genauer in den Staubblättern – tyčinka der Samenpflanzen – semenné rostliny. Bienen und andere Insekten und Tiere, genannt Bestäuber – opylovači, suchen die Blüten auf. Dabei bringen sie Pollen einer Blüte auf die Narbe einer artgleichen anderen Blüte. Dadurch wird die Pflanze bestäubt – opylovat. In weiterer Folge ermöglicht dies die Befruchtung und die Vermehrung der Pflanzen – rozmnožování rostlin.

Die vom Wind verbreiteten Pollen sind problematisch für Menschen mit Allergien – alergie. Der Blütenstaub löst bei manchem Allergiker – alergik eine allergische Reaktion – alergická reakce aus: gerötete und tränende Augen – zarudlé oči a slzení, Niesen – kýchání und Schnupfen – rýma.

Trinken - pít (Foto: Michael Berger, Pixabay / CC0)Trinken - pít (Foto: Michael Berger, Pixabay / CC0) Von Bedeutung sind die Pollen – pyl nicht nur aus der Sicht der Natur, sondern auch der Grammatik. Der Ausdruck gehört in die Gruppe der sogenannten ausgewählten Wörter – vyjmenovaná slova, bei denen nach Zwielauten im Wortinneren ausschließlich ein „Y“ geschrieben werden muss. Hingegen kennt das Tschechische auch das Wort pil mit „I“. Es ist die Vergangenheitsform vom Verb pít – also trinken. Und auch das bereits erwähnte opylovat gibt es nicht nur mit einem „Y“, sondern auch mit einem „I“. Opilovat mit „I“ heißt abfeilen. Auf Wiederhören in einer Woche! Na slyšenou za týden!