Um 1800 Uhr UTC auf Kurzwelle 3985 kHz

03-12-2019

Die Rückkehr der Sendungen auf die Kurzwelle und die Wende von 1989 sind Hauptthemen im heutigen Hörerforum.

Oper Die TeufelskätheOper Die Teufelskäthe Wir haben den letzten Monat des Jahres 2019. Auch heute zitieren wir aus Ihren Briefen und E-Mails, zunächst wollen wir aber unsere Quizfrage für den Dezember stellen. Sie betrifft eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Prags, nämlich das Gnadenbild vom Prager Jesulein, das in der Kirche Maria vom Siege auf der Prager Kleinseite zu sehen ist.

Welche Adelige hat die Statue vom Prager Jesulein dem Kloster der Karmeliten geschenkt?

Schicken Sie uns die richtige Antwort an cr@radio.cz.

Im vergangenen Monat haben wir gefragt, welche Oper von Antonín Dvořák vor 120 Jahren, also 1899, im Prager Nationaltheater uraufgeführt wurde? Der Name der Oper lautet Čert a Káča, auf Deutsch Die Teufelskäthe.

Unter anderem Johann Zehetner aus Deutschland hat richtig geantwortet und bekommt einen Sachpreis von Radio Prag. Herzlichen Glückwunsch!

 

Foto: Brandie, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0Foto: Brandie, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0 Viele von Ihnen haben im November auf die Rückkehr unserer deutschen Sendungen von Radio Prag International auf die Kurzwelle reagiert. Hier einige Ihrer Stimmen dazu. Alfred Albrecht aus Emmendingen:

„Ich traute meinen Augen nicht, als ich den ausgedruckten Sendeplan des Shortwaveservice durchgeschaut habe und entdeckte, dass Radio Prag wieder auf der Kurzwelle zu hören ist. Da musste ich unbedingt einen Versuch starten, und der klappte auch. Ich freue mich sehr darüber.“

Bernd Seiser aus Ottenau:

„Es freut mich ganz besonders, Radio Prag endlich wieder mit meinem Radio ohne eine kostenpflichtige Internetverbindung wie früher hören zu können.“

Karl Heinz Bradtmoeller aus Eilsen:

„Vom Radiomuseum.org erhielt ich die Information, dass Sie auf Kurzwelle senden. Habe Ihre Sendung ohne Probleme empfangen können. Die Antennensituation muss hier aber noch verbessert werden. Das ist klar.“

Illustrationsfoto: drp, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0Illustrationsfoto: drp, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0 Hans Jörg Biener aus Nürnberg:

„Aus Anlass der neuen Sendesaison und Ihrer Kurzwellensendung aus Kall übersende ich Ihnen anbei einen Empfangsbericht. Als jemand, der seit 1977 Kurzwellensendungen verfolgt, freue ich mich über jede Wiederkehr.“

Paul Gager aus Wien:

„Als ich vor wenigen Tagen las, dass Radio Prag zurück auf Kurzwelle ist, habe ich mich sehr gefreut. Leider kam ich aus zeitlichen Gründen, erst heute, am 17. November, dazu reinzuhören. Und ich bin sehr froh, dass es stimmt. Vor allem, da in den Listen der Radioclubs noch nichts davon steht. Ich hätte zwar übers Internet hören können, aber das ist mir zu langweilig. Da würde ich die Adresse eingeben und vorher wissen: Ich höre in guter Qualität. Die Kurzwelle ist zwar nicht immer störungsfrei, aber das macht das DX-Hobby aus.“

Bedienung des Senders Kall-Krekel (Foto: YouTube)Bedienung des Senders Kall-Krekel (Foto: YouTube) Und Fritz Androf aus Meckenheim:

„Überrascht hat mich die Ankündigung im Hörerforum, dass Radio Prag nun wieder auf Kurzwelle zu hören ist. Darüber war natürlich zunächst die Freude groß. Doch war ich gestern Abend um 19.00 Uhr MEZ enttäuscht, dass auf der genannten Frequenz 3985 kHz nur ein schwaches Rauschen zu vernehmen war, also keine Spur von Radio Prag. Schade! Aber vielleicht ist der Sender ja auch zu schwach, oder ich wohne zu nahe an der Station in der Eifel. Nun, ich werde es weiter versuchen.“

Wir hoffen, dass es inzwischen mit dem Empfang geklappt hat. Also noch einmal die technischen Angaben. Die Sendung von Radio Prag International ist um 18 Uhr UTC, also 19 Uhr MEZ, zu hören, und zwar auf der Frequenz 3985 kHz. Ausgestrahlt wird vom Sender Kall-Krekel in der Eifel.

 

Foto: rihaij, Pixabay / CC0Foto: rihaij, Pixabay / CC0 Unser Hauptthema im November war der 30. Jahrestag der friedlichen Wende vom kommunistischen Regime zur Demokratie in Ost-Mitteleuropa im Herbst 1989. Auch Sie haben uns dazu Ihre Gedanken geschickt. Dieter Feltes aus Pyrrbaum schrieb:

„Die Berichte über die politische Wende vor 30 Jahren habe ich besonders verfolgt. Vieles war bei mir in Vergessenheit geraten. Es war eine sanfte Revolution, genau wie die DDR wieder zurück nach Deutschland gekommen ist.“

Alfred Albrecht aus Emmendingen hat sich bei Till Janzer für dessen Beitrag bedankt:

Berliner Mauer (Foto: Noir, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)Berliner Mauer (Foto: Noir, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0) „Das Kapitel aus der tschechischen Geschichte ‚Wie die Tschechoslowakei den Mauerfall beschleunigte‘ beschäftigt mich heute noch. Ich habe den Bau der Mauer, den sogenannten antifaschistischen Schutzwall in Berlin, und die komplette Grenzsicherung der DDR immer in den Medien verfolgt. Selbstverständlich auch die Flucht vieler Menschen aus der DDR in die Prager Botschaft und letztlich den Fall der Mauer.“

Nouri Streichert aus Hildesheim hörte am 17. November die Diskussion mit Libor Rouček und Daniel Kaiser über das Thema: Wo befindet sich die tschechische Gesellschaft 30 Jahre nach der Samtenen Revolution? Er vergleicht die Zeit damals und heute:

„Als die Revolution losging, spürte man eine positive Aufbruchsstimmung. Nur ist die verpufft. Und alles auf die Flüchtlinge zu schieben, finde ich als Deutsch-Tunesier, der in Hildesheim geboren wurde, für falsch. Wenn man bedenkt, dass die DDR pleite, war und der Westen mit seinem Solidaritätspakt dafür geradestand, sollte man gerade in der ehemaligen DDR ruhig durchatmen. Viele, die damals geflüchtet sind, mussten hier neu anfangen und wurden unterstützt. Das Geld, die Möbel usw. bezahlten damals die Steuerzahler. Sie waren damals in der Situation, in der heute Flüchtlinge stecken. Als ich noch auf dem Dorf in Kemme wohnte, lebten in meiner Nachbarschaft Polen, Libanesen, Sinti und ehemalige DDR-Bürger. Und wir alle haben uns gut verstanden. Wir haben uns respektiert. Ich sehe das Problem heute anders als 1989, 1990 oder 1991. Heute ist jeder für sich, jeder ein Egoist, der anderen nichts gönnt.“

DDR-Soldat (Richard Huber, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)DDR-Soldat (Richard Huber, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0) Auch Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus bedankt sich für die Sendungen von Radio Prag International zur Wende von 1989. Er bietet sogar einen Einblick in sein eigenes Leben und erinnert sich an den Umbruch vor 30 Jahren:

„Am 9. November 1989 hat sich unser Leben geändert. Ich war zu der Zeit Soldat der Nationalen Volksarmee – aber ganz weit weg von den Brennpunkten der friedlichen Revolution. Ich war damals abkommandiert, eine Flugzeughalle an der polnischen Grenze aufzubauen, und habe die Ereignisse des Mauerfalls über das Fernsehen mitbekommen. Dann musste ich noch bis Mai 1990 in der Armee bleiben – aber auch dort änderte sich einiges. Der Ton wurde sanfter, und die politische Bildung schlief ein. Nach der Armeezeit bin ich in meinen alten Betrieb zurückgekehrt – habe einige Monate gearbeitet, kaum Geld bekommen.“

So habe er in den alten Bundesländern Arbeit gesucht und diese auch gefunden:

„Es war eine Zeit, in der alles wegbrach – viele neue Dinge mussten wir lernen: Steuererklärung, Krankenkasse, Rentensystem, Versicherungen, Finanzen und noch vieles mehr hat sich innerhalb kürzester Zeit geändert. Träume wurden geträumt und sind manchmal wie Seifenblasen zerplatzt. So waren wir auch Wirtschaftsflüchtlinge. Wir haben in der alten Bundesrepublik in der Nähe von München – auch mit einiger Hilfe – schnell Fuß gefasst und unser Leben neu aufgebaut. Vieles ging ganz schnell – dank der Kinder; manches wie die Wohnungseinrichtung dauerte doch etwas länger.“

Foto: Gerhard Gellinger, Pixabay / CC0Foto: Gerhard Gellinger, Pixabay / CC0 Was hat ihn und seine Familie der Umbruch gelehrt? Auf diese Frage gibt Lutz Winkler zum Abschluss eine Antwort:

„Sei wachsam gegenüber den einfachen Lösungen und den großen Versprechen, die andere Leute dir machen. Und: Nichts ist in Stein gemeißelt. Auch eine Gesellschaftsform, wie wir sie jetzt haben (und auch genießen), muss jeden Tag gegen die Dummheit mancher großspuriger Vereinfacher verteidigt werden. Der Mensch steht im Mittelpunkt und nicht, wo man herkommt.“

Vielen Dank für Ihre höchst interessanten Erinnerungen und Reflexion, Herr Winkler.

Und das war's für heute. Wir freuen uns auf Ihre Empfangsberichte, E-Mails und Briefe. Schicken Sie uns diese an die Adresse: Radio Prag International – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an: deutsch@radio.cz.

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