04-05-2004

In unserem heutigen Hörerforum von Radio Prag gehen wir zunächst noch einmal auf den tschechischen EU-Beitritt bzw. die EU-Erweiterung ein. Dazu zitieren wir mehrere Meinungen aus der Hörerpost. Im zweiten Teil gibt es einige Hinweise auf die Gestaltung der Postmappensendung in den kommenden Wochen bzw. Monaten sowie abschließend noch einen Veranstaltungshinweis zu einem DXer-Treffen in Baden-Baden.

Foto: CTKFoto: CTK "Nun endlich ist der große Tag der EU-Erweiterung gekommen. Ab morgen ist auch Euer Land stolzes Mitglied der großen Völkergemeinschaft. Als Freund Eures Landes und treuer Hörer Eurer deutschsprachigen Programme gratuliere ich Euch vom ganzen Herzen und hoffe, dass sich die Mitgliedschaft in allen Bereichen des täglichen Lebens auszahlen wird. Es wird bestimmt nicht leicht werden, viele Probleme gilt es zu lösen, aber sicher ist, dass der Frieden in Europa so sicher gemacht wurde wie noch nie!"

Das ist die Meinung von Herrn Michael Lindner aus Triptis, aus dessem Hörerbrief vom 30. April wir soeben die Passage zum tschechischen EU-Beitritt zitiert haben. Herr Lindner war jedoch nicht der Einzige, der sich mit seinen Glückwünschen zur tschechischen EU-Mitgliedschaft direkt an unsere Redaktion wandte.

"Ich, Reinhard Lackner, möchte Euch zum EU-Beitritt gratulieren. Jetzt sind wir eine Familie und ich hoffe, dass der Frieden in dieser Familie aufrecht erhalten bleibt. Es gibt nichts Schöneres, wenn sich Menschen verschiedener Sprachen und Rassen gut verstehen und zusammenhalten. Aber leider wird das in einer soooo großen Familie nicht immer zu realisieren sein."

Diese Auffassung von Herrn Lackner aus Villach in Österreich würden wir gerne unterschreiben, um gleichzeitig zu versichern: Damit Missverständnisse und Vorurteile zwischen den Menschen verschiedenster Herkunft abgebaut werden können und demgegenüber eine Plattform zur Völkerverständigung errichtet wird, sollten Medien entsprechend umfangreich und objektiv informieren. Wir, die Redaktion von Radio Prag, jedenfalls wollen uns stets darum bemühen. Dass wir dabei auf keinem allzu schlechten Weg sind, verdeutlicht wohl auch die Zuschrift von Frank Unglaube aus Hamburg, der uns schrieb:

"Leider gibt es normalerweise nicht so viele Berichte in der hiesigen Presse über Ihr Land. Und wenn, dann sind es nur die negativen Seiten, die da vorgestellt werden. Zum Beispiel die Prostitution entlang der Grenze. Dies ist natürlich auch ein wichtiges Thema und gehört auch an den Pranger gestellt. Doch es gibt, und dies sieht bzw. hört man ja auch in Ihren Programmen, auch schöne Seiten in Tschechien. Aber darüber hier zu berichten, bringt wohl nicht so viel Quote. Und das ist den Programmmachern hier ja vieeeel wichtiger. Gut also, dass es Radio Prag gibt!!!"

Danke für die Blumen. Dennoch: Auch wir können nicht überall sein, und auch wir können das Spektrum all der verschiedenen Meinungen und Sichtweisen, die es in Europa nun einmal gibt, oft auch nur anreißen bzw. aufzeigen. Als Beispiel dafür, dass der EU-Beitritt der zehn neuen Länder nicht allerorten mit überschwänglichem Beifall und froher Miene begleitet wurde, veröffentlichen wir heute auch einmal die Meinung aus einem Artikel aus einer deutschen Zeitung, den uns unser Hörer Bernd Riga aus Saarbrücken zugesandt hat. Leider "vergaß" Herr Riga, uns den Namen der Zeitung zu verraten. Der Autor des Beitrages, aus dem wir jetzt einen Absatz zitieren, heißt jedenfalls Bruno Wetzel:

"Während Deutschland unter den finanziellen Lasten für alle möglichen fremden Interessen zu verarmen droht, versucht die herrschende Politik via Praxisgebühren, höheren Medikamenten-Zuzahlungen, drastischen Einschnitten im Sozialwesen sowie Rentenkürzungen die letzten Kreuzer ausgerechnet bei den Schwächsten und Wehrlosesten zusammenzukratzen. Was speziell die EU betrifft, so setzt sich bei immer mehr Deutschen die Erkenntnis durch, dass die Mitgliedschaft in diesem Verein unserem Volk nichts Positives gebracht, sondern nur Wahnsinnskosten auferlegt hat. Hinzu kommt ein zunehmender Souveränitätsverlust."

Starker Tobak. Aber ist dem wirklich in jeder Hinsicht so? Wir jedenfalls würden es schade finden, wenn die einen - darunter die Tschechische Republik - gerade in der Union angekommen sind, oder es zumindest erhoffen, während andere den so genannten "Verein", wie im Artikel bezeichnet, vielleicht bald durch die Hintertür verlassen wollen. Lasst uns doch "Die Europäische Union als Aufgabe" - wie es der tschechische Premier Vladimír Spidla unlängst in einem Vortrag in der Berliner Friedrich-Ebert-Stiftung gesagt hat - anpacken, und zwar gemeinsam. Dann werden wir auch sehen, wie weit wir mit diesem Modell vorankommen.

"Das ´Hörerforum´ hat sich ja inzwischen zu einem richtigen EU-Beitrittsforum entwickelt. Das ist erfreulich, zeigt es doch sehr schön, mit welch großem Interesse und welcher Sympathie auch meine Landsleute diese Entwicklungen begleiten. Ich denke, dass die Zeit danach mindestens ebenso spannend wird, wie der Beitrittsprozess. Wie lange wird es dauern, bis alle Grenzkontrollen verschwunden sind? Wann wird es einen EU-weiten freien Arbeitsmarkt geben? Welche währungspolitischen Entwicklungen wird es geben? Diese und viele weitere Fragen werden nach dem 1. Mai auf der Tagesordnung stehen."

Wir zitierten aus der Zuschrift von Herrn Helmut Matt aus Herbolzheim, und eine bessere Überleitung kann es gar nicht geben. Denn: Über das Für und Wider der EU-Erweiterung, über ihre Chancen und Befürchtungen haben wir schon oft berichtet und diskutiert. Nun aber ist es Fakt: Die Erweiterung ist vollzogen und der gemeinsame EU-Alltag muss bewältigt werden. Daher wollen wir auch im Hörerforum zukünftig wieder an die tagtäglichen Probleme und Alltagsfragen herangehen. Wie zum Beispiel an das leidige Thema "Taxi fahren in Prag", zu dem wir eine sehr interessante Hörerzuschrift erhalten haben, die wir Ihnen beim nächsten Mal zu Gehör bringen werden. Oder wir werden der Frage nachgehen, weshalb Ausländern in manch hiesigem Restaurant oder Hotel mithin wesentlich höhere Preise abgeknöpft wurden als von Inländern? Zu Recht oder spätestens seit dem EU-Beitritt eine strafbare und daher nicht hinnehmbare Willkür? Dies sind Fragen, die uns Herr Otto Milalkovits aus Steyr schon seit geraumer Zeit gestellt hat, die aber aus Zeitgründen bis dato noch unbeantwortet geblieben sind. Auch alle anderen Hörer, wie zum Beispiel Herr Reiner Peuthert aus Stendal, der in seiner letzten Zuschrift einwarf: "Wann werden Ihre Hörerfragen beantwortet?", bitten wir hiermit um Nachsicht, dies in den zurückliegenden drei, vier Hörerpostsendungen zu wenig getan zu haben. Das soll sich nun wieder ändern, indem wir das "offizielle", von Herrn Matt so genannte EU-Hörerforum hiermit zuklappen und ab der nächsten Sendung sozusagen zum "EU-Alltagsforum" übergehen werden.

Der Abschluss der heutigen Sendung gehört jedoch den DXern und Freunden des Kurzwellenfernempfangs, denen wir ja noch einige detaillierte Informationen zu dem an diesem Samstag, dem 8. Mai, ab 14.30 Uhr MESZ im Gewölbekeller des alten Schlosses in Baden-Baden stattfindenden XXIII. Überregionalen DX-Treffen für Kurzwellenhörer und DX-er im Raum Murgtal, Karlsruhe, Bretten und Offenburg versprochen haben. Auf dem Programm des Treffens steht ein Rückblick über die hobbybezogenen Ereignisse in den letzten zwölf Monaten in dieser Region, eine kleine Tombola sowie das bekannte Stationsquiz. Recht herzlich eingeladen dazu sind auch alle DXer und Freunde des Rundfunkfernempfangs außerhalb des angesprochenen Gebiets. Der Tagungsort ist am besten über die Autobahnausfahrt Baden-Baden zu erreichen. Von dort über die Bundesstraße 500 in Richtung Innenstadt, dort Richtung Gaggenau und Ebersteinburg. Vor dem Auftauchen des Tunnels nach links abbiegen und der Beschilderung "Altes Schloss" folgen. Weitere konkrete Anfragen richten Sie bitte an Herrn Bernd Seiser, den Cheforganisator dieser Veranstaltung, und zwar unter der deutschen Telefonnummer: 07225 - 3922. Alle eben gemachten Angaben können Sie auch noch einmal nachlesen auf unserer Internetseite: www.radio.cz/deutsch

Und mit diesem Hinweis sind wir auch schon wieder am Ende unserer heutigen Postmappensendung angelangt. Auf ein Wiederhören bis zu unserem nächsten Hörerforum in 14 Tagen!

04-05-2004