Stadien und Sporthallen verwandeln sich in Arenen

21-02-2004

Längst sind die Zeiten vorbei... Man wollte ein Eishockey-Match besuchen und ging in die Eishockeyhalle bzw. ins Eisstadion. Man wollte sich als begeisterter Fan die Spiele seines Lieblingsvereins ansehen, und so kaufte man sich eine Tribünenkarte für das Fußballstadion.

Dies ist heute anders. Die Stadien und Sporthallen als solche gibt es nämlich nicht mehr. Stattdessen spielt man in Arenen, und das zudem in keinen gewöhnlichen Arenen. Das Fußballstadion auf dem Prager Letna-Plateau, die Heimstätte des berühmtesten Prager Sportklubs Sparta, ist nicht mehr nach dem Klub selbst benannt, sondern heißt jetzt ... Toyota-Arena. An die guten alten Zeiten, als man "zu Sparta" ging, erinnert nur noch der Name der Straßenbahnhaltestelle. Ein ähnliches Schicksal hat auch die größte Eissporthalle der Hauptstadt erfahren. So wie sich der Name eines großen Sponsors des HC Sparta änderte, so wechselte auch ihr Schriftzug. Spielte man nach der Epoche der Großen Sporthalle des CSTV zunächst in der Paegas-Arena, so treffen die Eishockeyteams nun in der T-Mobile-Arena aufeinander. Dasselbe gilt auch für die Multifunktionshalle, die bald zum Spielort der mit großer Spannung erwarteten Eishockey-WM werden soll - es ist keine Sporthalle, kein Eisstadion, sondern die Sazka-Arena, die im Prager Stadtviertel Vysocany entsteht.

Vielleicht kann diese Praxis als Tipp und Empfehlung für die Kultursphäre dienen. Die Kulturschaffenden hierzulande beklagen nämlich stets, dass sie weit weniger die Gunst der Sponsoren genießen als ihre Kollegen Sportler. Aber haben Sie dafür auch selbst schon etwas getan? Warum heißt das Nationaltheater eigentlich immer noch Nationaltheater? Längst hätte es sich doch zum Beispiel zwischen Bezeichnungen wie Telecom-Arena oder Skoda-Manege entscheiden können.

21-02-2004