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02-03-2020

Coronavirus: Neuer Flugstopp und Biathlon ohne Fans

Am Montag hat sich der Sicherheitsrat der tschechischen Regierung mit dem Coronavirus beschäftigt. Der Rat hat entschieden, die Flüge von und nach Südkorea ab Dienstag zu streichen. Man plant auch die Einschränkung der Flugverbindung zwischen Tschechien und den norditalienischen Städten Mailand, Venedig, Bologna und Bergamo, darüber verhandelt die Regierung mit der EU-Kommission. Zudem wurde beschlossen, dass die Biathlon-Weltcup-Rennen in Nové Město na Moravě am kommenden Wochenende ohne Zuschauer stattfinden müssen. Der Bürgermeister von Nové Město na Moravě, Michal Šmarda (Sozialdemokraten) begrüßte die Tatsache, dass das Kabinett über den bevorstehenden Biathlon-Weltpokal entschied. Er sagte, die Entscheidung könne zum Chaos führen. Es sei damit zu rechnen, dass ein Teil der Zuschauer sowieso kommen werde, so der Bürgermeister. Die schlimmste Möglichkeit wäre seinen Worten zufolge gewesen, die Entscheidung über den Weltpokal hinauszuschieben. Zu den Biathlonrennen wollten Zehntausende von Zuschauern kommen.

In Tschechien wurden die ersten drei Fälle der Erkrankung an Covid-19 am Sonntag bestätigt. Der Sicherheitsrat kommt am Mittwoch erneut zusammen, um die aktuelle Entwicklung um das Coronavirus auszuwerten.

ČSA streicht Flüge nach Mailand und Bologna

Die tschechische Fluggesellschaft ČSA hat laut Empfehlung des Sicherheitsrates der Regierung am Montag mit sofortiger Gültigkeit die Flüge nach Mailand und Bologna gestrichen. Die Flüge sind vorläufig bis 6. April gestrichen. Dies teilte die Sprecherin der Fluggesellschaft, Vladimíra Dufková, am Montag mit. Vorige Woche hat die ČSA schon die Flüge nach Seoul gestrichen.

Der Verkehrsunternehmer RegioJet streicht seit Ende der Woche die Busverbindungen auf Prag nach Rom und nach Mailand. Der letzte Bus nach Italien wird am Freitag fahren.

Innenminister empfiehlt der Regierung Ausrufung des Notstands zu überlegen

Innenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) empfiehlt der Regierung, nach der weiteren Entwicklung der Situation mit dem Coronavirus die Ausrufung des Notstands künftig zu überlegen. Er werde darüber das Kabinett am Montag informieren, so der Innenminister. Premier Andrej Babiš (Partei Ano) zufolge gibt es in der Gegenwart keinen Grund für die Ausrufung des Notstands. Die Regierung könnte im Fall des Notstands die Lieferungen von medizinischem Material regeln und Veranstaltungen mit hohen Teilnehmerzahlen verbieten.

Der Innenminister informierte zudem darüber, dass der Polizeipräsident und der Chef der Feuerwehr allen Polizisten und Feuerwehrleuten, die sich in den vom Coronavirus stark betroffenen Regionen aufhielten, anordneten, zwei Wochen in der Quarantäne zu bleiben.

Rund 25.000 Tschechen in Ländern mit hohem Coronavirus-Risiko

Insgesamt rund 25.400 tschechische Bürger hielten sich am vergangenen Wochenende in Ländern auf, die vom Coronavirus besonders stark betroffen sind. Die Zahl wurde vom Verband der Mobilnetzanbieter am Montag veröffentlicht, sie geht auf die Nutzung der in Tschechien registrierten Mobiltelefone im Ausland zurück.

Demzufolge gab es in Italien etwa 23.900 Tschechinnen und Tschechen, in China 400, in Südkorea 420, in Singapur 250, in Japan 390 und in Iran 64 Personen. Alle Reisenden erhielten SMS-Nachrichten, die sie über die Gefahr der Infektion informieren und auf Webseiten des tschechischen Gesundheitsministeriums hinweisen.

Einige Schulen in Prag forderten die Eltern der Schüler auf, ihre Kinder zwei Wochen lang zu Hause in der Quarantäne zu lassen, falls sie von den Winterferien in Norditalien zurückgekehrt sind.

Rechnungshof: Hochwasserschutz in Tschechien verzögert sich

In den Hochwasserschutz in Tschechien wurde in den Jahren 2016 bis 2018 nur ein Drittel der geplanten Finanzen investiert. Dies konstatiert der Oberste Rechnungshof in seinem Kontrollbericht fest, der am Montag veröffentlicht wurde. Demzufolge kann man mehr als die Hälfte der für die Zeitspanne von 2015 bis 2021 vorgeschlagenen Maßnahmen bis Ende 2021 nicht einmal in Angriff nehmen. Zudem gelinge es nicht, naturnahe Maßnahmen hierzulande umzusetzen, stellen die Kontrolleure weiter fest.

Laut Schätzungen des Umwelt- und des Landwirtschaftsministeriums sollten ungefähr 4,2 Milliarden Kronen (168 Millionen Euro) pro Jahr in den Hochwasserschutz investiert wurden. In den Jahren 2016 bis 2018 hat man allerdings nur 1,4 Milliarden Kronen (56 Millionen Euro) jährlich für Maßnahmen zum Flutschutz bezahlt.

Country- Musiker und Karikaturist Jan Vyčítal ist tot

Der Musiker und Zeichner Jan Vyčítal ist am Sonntag im Alter von 77 Jahren gestorben. Dies gaben seine Kollegen bekannt.

Vyčítal war eine führende Persönlichkeit der Country-Szene in Tschechien. 1965 gründete er die Band Grennhorns, für die er auch die meisten Texte schrieb. Zudem war er als Karikaturist und Zeichner bekannt.

Das Wetter am Dienstag, 3. März

Am Dienstag ist es in Tschechien bewölkt mit Regenschauern. In Lagen um 600 Meter geht der Regen in Schnee über. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf 4 bis 8 Grad Celsius, in Mähren und in Schlesien auf 7 bis 11 Grad Celsius.

02-03-2020