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22-02-2020

Babiš: Misserfolg des EU-Gipfels bedroht tschechische Wirtschaft nicht

Die Verhandlungen auf dem EU-Gipfel zum Haushalt des Zeitraumes 2021–2027 sind gescheitert. Die 27 EU-Staaten konnten sich bis Freitaghabend weder auf den von EU-Ratspräsident Charles Michel vorgelegten Entwurf noch auf einen von der EU-Kommission abgeänderten Vorschlag einigen. Das vorerst ausgebliebene Ergebnis könne jedoch weder die tschechische Wirtschaft noch die Firmen im Land gefährden, bemerkte Premier Andrej Babiš (Ano-Partei). Ihm zufolge könne Tschechien noch die Gelder aus den EU-Fonds abschöpfen, die bis zum Jahr 2023 gelten.

Die größte Überraschung des Gipfels in Brüssel sei für ihn die Haltung der Niederlande, Schwedens, Dänemarks und Österreichs gewesen, den Entwurf von Michel abzulehnen, sagte Babiš. Darin war vorgesehen, dass die Nettozahler 1,074 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens in den Haushalt einzahlen. Die vier genannten Länder wollen aber höchstens ein Prozent akzeptieren, informierte Babiš. Der höhere Beitrag der Nettozahler sollte fällig werden, um damit die Lücke nach dem EU-Austritt Großbritanniens zu schließen. Der durch den Brexit entstandene Einnahmenverlust beträgt über zehn Milliarden Euro, heißt es.

Bei Messe in Želiv wurde Opfer des kommunistischen Regimes gedacht

Mit einer Messe im Kloster von Želiv wurde am Samstag der Opfer des kommunistischen Willens gedacht. Bei dem Gottesdienst hob der Bischof von Hradec Králové / Königgrätz, Jan Vokál, unter anderem den Namen von Pater Josef Toufar hervor. Dieser wurde einst von der kommunistischen Geheimpolizei zu Tode gefoltert und starb am 25. Februar 1950. Die Messe war Bestandteil einer zweitägigen Konferenz, die Toufar gewidmet ist.

Pater Toufar hatte bis Ende der 1940er Jahre auf der Böhmisch-Mährischen Höhe gewirkt. Auslöser für die damalige Verhaftung von Toufar war das sogenannte Wunder von Číhošt. Demzufolge soll sich zur Advents- und Weihnachtszeit 1949 das halbmeterhohe Kreuz auf dem Hauptaltar der Kirche von Číhošt mehrfach bewegt haben. Das kommunistische Regime bezeichnete Toufar daraufhin als einen Agenten des Vatikans, westlichen Spion und geschickten Manipulator. Seine sterblichen Überreste wurden im Juli 2015 in die Kirche von Číhošt überführt.

Tschechische Expedition startet zweite Weltreise mit einem Tatra-Lkw

Am Samstagnachmittag bricht in Prag eine Gruppe von Globetrottern mit einem Tatra-Lkw zu einer Weltreise auf. Es ist nach 1987 die zweite Expedition dieser Art, weshalb sie auch als „Tatra kolem světa 2“ bezeichnet wird. Binnen drei Jahren will die vierköpfige Crew rund 270.000 Kilometer in 69 Ländern und auf fünf Kontinenten zurücklegen. Auf einigen Streckenabschnitten werden bis zu 14 Leute an Bord des Tatras sein, insgesamt sollen rund 300 Menschen an der Expedition teilnehmen. Eines der Hauptziele der Reise ist die Verbreitung des guten Rufs der Tschechischen Republik und ihrer Produkte in der Welt.

Unter dem gleichen Motto umkreiste die erste, damals noch tschechoslowakische Tatra-Expedition von 1987 bis 1990 die Erde. Die fünfköpfige Besatzung war dabei auf einem auffrisierten Tatra T 815 unterwegs. Ihre Nachfolger des Jahres 2020 gehen ebenfalls mit einem Spezialfahrzeug auf Tour – es ist ein Tatra T 815 mit Allradantrieb in einer auf die Expedition zugeschnittenen Ausfertigung.

Frühlingsjahrmarkt Matějská pouť öffnet seine Pforten

Im Prager Stadtteil Holešovice wurde am Samstag der Frühlingsjahrmarkt Matějská pouť eröffnet. Das größte Freizeitvergnügen des Landes hält auch diesmal unzählige Attraktionen für die Besucher bereit: Exakt 115, das sind 15 mehr als im Vorjahr. Eine Neuheit ist unter anderem das 55 hohe Riesenrad mit Kabinen. Der Rummelspaß geht bis zum 13. April.

Der 23. März ist für Kinder mit Behinderung sowie für Heranwachsende aus Kinder- und Asylheimen vorbehalten. Sie dürfen die Attraktionen unentgeltlich nutzen, zudem wird ihnen ein Konzert geboten. Die Eintrittspreise liegen wie im vergangenen Jahr zwischen 30 und 150 Kronen (1,20 bis 6 Euro).

Biathlon: Tschechiens Frauen-Staffel WM-Vierter – Männer enttäuschen

Am vorletzten Wettkampftag der Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz haben sich die tschechischen Teilnehmer in sehr unterschiedlicher Form präsentiert. Zunächst überzeugte das Frauenteam mit einer beherzten Vorstellung im Staffelrennen. In der Besetzung Jessica Jislová, Markéta Davidová, Lucie Charvátová und Eva Kristejn Puskarčíková belegte es den sehr guten vierten Platz hinter Norwegen, Deutschland und der Ukraine. Nach dem dritten Wechsel hatte Tschechien sogar noch auf Platz zwei gelegen, doch Schlussläuferin Kristejn Puskarčíková konnte trotz guter Schießleistung den Angriff der deutschen und der ukrainischen Kontrahentin in der Loipe nicht parieren.

Enttäuschend war hingegen das Ergebnis der Männer. In der Besetzung Michal Šlesingr, Ondřej Moravec, Jakub Štvrtecký und Michal Krčmář landete das Quartett nur auf Platz 13, weil bis auf Oldie Šlesingr alle anderen Nerven am Schießstand zeigten. Das spannende Rennen an der Spitze gewann Frankreich vor Norwegen und Deutschland.

Ski Alpin Weltcup: Ledecká Fünfte bei zweiter Abfahrt in Crans Montana

Die Tschechin Ester Ledecká ist auch bei der zweiten Weltcup-Abfahrt der Damen in Crans Montana im Vorderfeld gelandet. Nach ihrem 11. Platz am Freitag, war sie am Samstag sogar die Fünftschnellste der Konkurrenz. Wie am Vortag wurde das Rennen von der Schweizerin Lara Gut-Behrami gewonnen. Erneut Zweite wurde ihre Landsfrau Corinne Suter, die sich damit vorzeitig den Kristallglobus für die beste Abfahrerin der laufenden Weltcup-Saison gesichert hat.

Vor dem Finale der Weltcup-Serie im März in Cortina d'Ampezzo liegt Ledecká mit zwei Punkten Vorsprung auf die Italienerin Federica Brignone auf Platz zwei im Abfahrts-Weltcup. Am Sonntag wird die Tschechin in Crans Montana zudem noch in der Kombination antreten.

Das Wetter am Sonntag, dem 23. Februar 2020

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend wolkig bis bedeckt. In weiten Landesteilen gibt es Regen oder Schauer, in Höhenlagen ab 1100 Meter fallen die Niederschläge als Schneeregen oder Schnee. Am Abend sind vereinzelt Gewitter möglich, danach nimmt die Bewölkung ab. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 9 bis 13 Grad, in Lagen um 1000 Meter aber nur bei 5 Grad Celsius. Den ganzen Tag über weht ein frischer bis starker Wind aus West bis Nordwest, der Orkanböen von bis zu 110 Stundenkilometern im Flachland und bis zu 125 Stundenkilometern in den Bergen haben kann.

22-02-2020