Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

08-10-2019

OKD-Untersuchungsausschuss empfiehlt Ermittlungen gegen Ex-Eigner und Politiker

Wegen massiver Verfehlungen bei der Privatisierung des Kohleförderers OKD könnte es nun die ersten strafrechtlichen Ermittlungen geben. Eine entsprechende Empfehlung findet sich im vorläufigen Abschlussbericht des zuständigen Untersuchungsausschusses im Abgeordnetenhaus, der am Dienstag veröffentlicht wurde. So dürfte beispielsweise gegen den damaligen Finanzminister Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) oder den Investor Zdeněk Bakala Anzeige erstattet werden. Letzterer soll das Unternehmen absichtlich überschuldet und dadurch über Wert Dividenden abgeschöpft haben.

In den 1990er und den Nuller Jahren wurde der größte tschechische Kohleförderer OKD privatisiert. Vor drei Jahren musste das Unternehmen Insolvenz anmelden. Die Untersuchungskommission des Abgeordnetenhauses sollte klären, wie der Staat die Kontrolle über den Konzern verlieren konnte.

Polizei ermittelt gegen 30 Personen wegen massiver Steuerhinterziehung

Die Kriminalpolizei ermittelt gegen 30 Personen, die organisiert Steuerhinterziehung betreiben. Demnach fälschen die Mitglieder der Verbrecherbande ihre persönlichen Dokumente, um mit Hilfe dieser Falsifikate die Abgabe der Mehrwertsteuer zu reduzieren. Der dadurch dem Staat zugefügte Schaden betrage mindestens 140 Millionen Kronen (5,5 Millionen Euro), die endgültige Fehlsumme dürfte indes noch höher sein, sagen die Kriminalisten. Den Hauptverantwortlichen der Straftaten drohen für das Fälschen bis zu zehn Jahre Haft und für die Steuerhinterziehung bis zu zwölf Jahre Gefängnis, informierte der Sprecher der Zentrale für den Kampf gegen organisierte Kriminalität (NCOZ), Jaroslav Ibehej.

In diesem Zusammenhang gab die Unternehmensberatungsfirma Bisnode bekannt, dass bis Ende September in Tschechien über 19.300 Firmen und Einzelunternehmer ausgemacht wurden, die ihre Mehrwertsteuer nicht verlässlich abführen. Dies sei um ein Viertel mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres, hieß es.

Sokol-Vereine gedenken Nazi-Opfern aus eigenen Reihen

Die Sokol-Turnvereine begehen am Dienstag ihren Gedenktag für Freiheit und Demokratie. Anlass ist die Deportation von 1500 Sokol-Mitgliedern in nationalsozialistische Konzentrationslager Anfang Oktober 1941. Kurzdarauf wurden die Vereine von den deutschen Besatzern verboten. In ganz Tschechien finden deshalb Gedenkveranstaltungen statt, Höhepunkt ist ein Treffen von Sokol-Delegierten im Prager Tyrš-Haus.

Die Sokol-Bewegung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts in den slawisch-besiedelten Gebieten Österreich-Ungarns als Gegengewicht zur deutschen Turnbewegung. Auf dem Gebiet Tschechiens wurde der Sokol in beiden Weltkriegen und anschließend im Kommunismus verboten. Seit der Neugründung im Jahr 1989 ist die Zahl der Mitglieder auf 160.000 angewachsen.

Arbeitslosigkeit stagniert bei 2,7 Prozent

Wie in den beiden Monaten zuvor sind auch im September 2,7 Prozent der erwerbsfähigen Tschechen ohne Job gewesen. Die Zahlen veröffentlichte das Arbeitsamt am Dienstag. Konkret waren knapp 202.000 Menschen hierzulande auf Arbeitssuche, das ist der niedrigste Wert seit 1996.

Ursprünglich erwartete das Arbeitsamt für September einen leichten Anstieg der Erwerbslosenzahl. Die Firmen aber hätten ihre Produktivität gesteigert und weitere Leute eingestellt, heißt es.

Restitution: Zisterzienser scheitern erneut vor Gericht

Im Streit um knapp über 2000 Hektar Wald in Südböhmen hat der Zisterzienser-Orden in Vyšší Brod / Hohenfurth eine weitere juristische Niederlage erlitten. Wie nun bekannt wurde, bestätigte das Oberste Gericht ein Urteil des Prager Obergerichts, wonach die betroffenen Grundstücke rechtmäßig dem staatlichen Forstunternehmen Lesy ČR gehören. Der Orden hat bereits angekündigt, den Fall vor das Verfassungsgericht bringen zu wollen.

Die Zisterzienser haben die Grundstücke 2017 in einem Restitutionsverfahren erhalten. Das Unternehmen Lesy ČR, das die Wälder bis dahin verwaltete, legte gegen die Entscheidung erfolgreich Beschwerde ein.

Fußball: Dritte Trainerentlassung in Fortuna Liga binnen zwei Wochen

Nach dem 12. Spieltag im tschechischen Fußball-Oberhaus, der sogenannten Fortuna Liga, wurden binnen 24 Stunden zwei Trainer entlassen. Am Montag musste Josef Csaplár in Zlín seinen Hut nehmen, nachdem seine Mannschaft nach einer 0:4-Pleite in Ostrava / Ostrau auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht ist. Nur zwei Punkte mehr hat der Traditionsverein Bohemians 1905 Prag auf dem Konto. Für die Verantwortlichen sind die zwölf Zähler aber zu wenig. Vor allem auswärts, wo bisher nur ein Pünktchen geholt wurde, ist die Mannschaft sehr anfällig. Zudem sind die Grün-Weißen unter der Woche im Pokal gegen einen Drittligisten ausgeschieden. Als Reaktion auf die vielen schlechten Ergebnisse wurde Coach Martin Hašek am Dienstag nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit entlassen.

Während Zlín und Bohemians jetzt neue Trainer suchen, hat Opava / Troppau zunächst eine Interimslösung gefunden. Für den dort vor zwei Wochen abgesetzten Ivan Kopecký haben vorerst Josef Dvorník und Alois Grussmann im Duo das Kommando übernommen.

Das Wetter am Mittwoch, dem 9. Oktober

Am Mittwoch ist es in Tschechien wolkig bis bedeckt. Nahezu im ganzen Land wird es gelegentlich regnen oder Schauer geben. Erst am Abend werden in Böhmen von Westen her die Niederschläge zurückgehen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 12 und 16 Grad Celsius. Es weht ein mäßiger Wind aus Südwest bis West.

08-10-2019