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11-09-2019

Zeman will über Aufhebung der Anerkennung von Kosovo verhandeln

Der tschechische Staatspräsident Miloš Zeman will mit tschechischen Politikern darüber verhandeln, ob es möglich wäre, dass Tschechien seine Anerkennung von Kosovo als selbständigem Staat aufhebt. Das sagte Zeman am Mittwoch nach dem Treffen mit seinem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić in Belgrad. Zeman bemerkte zu Kosovo, dass ein Staat, an dessen Spitze Kriegsverbrecher stehen, nicht zu den demokratischen Staaten gehört. Der tschechische Staatspräsident ließ bereits nach seiner Anreise in Belgrad verlauten, er möge Serbien und Serben, aber Kosovo möge er nicht.

Zeman fügte hinzu, er sei froh, dass der tschechische Verteidigungsminister Lubomír Metnar (parteilos) zuvor erklärt habe, dass die Anerkennung von Kosovo ein Fehler gewesen sei.

Zeman informierte auf der Pressekonferenz zudem darüber, dass er dem serbischen Filmregisseur und Musiker Emir Kusturica am 28. Oktober in Prag die Verdienstmedaille verleihen wird. Mit Kusturica traf Zeman am Dienstag in Belgrad zusammen.

Der tschechische Staatspräsident weilt seit Dienstag zu einem dreitägigen Besuch in Serbien.

Kosovo sagt wegen Zeman Teilnahme am Prager Gipfel ab

Kosovo wird am Prager Gipfel der Premierminister der V4-Länder und der Westbalkanländernach nicht teilnehmen. Den diplomatischen Informationsquellen zufolge hat Kosovo seine Teilnahme am Gipfel nach den Erklärungen von Präsident Miloš Zeman abgesagt. Zeman ließ am Mittwoch in Belgrad verlauten, er wolle mit den tschechischen Politikern darüber verhandeln, ob es möglich wäre, dass Tschechien die Anerkennung von Kosovo als selbständigem Staat aufhebt.

Am Gipfel, der am Donnerstag in Prag stattfindet, sollte ursprünglich neben den Premierministern der V4-Länder und Albaniens, Bosniens und Herzegowinas, Nordmazedoniens, Montenegros und Serbiens auch der Vizepremier von Kosovo teilnehmen. Die Sprecherin der tschechischen Regierung Jana Adamcová teilte mit, dass kein Mitglied der kosovarischen Regierung nach Prag kommen wird.

Außenminister Petříček: Tschechien hat korrekte Beziehungen mit Kosovo sowie mit Serbien

Tschechien hat korrekte Beziehungen mit Kosovo sowie mit Serbien. Das betonte der tschechische Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) am Mittwoch. Er reagierte auf die Worte von Präsident Miloš Zeman vom Dienstag. Zeman sagte den Informationen der Presseagentur AP zufolge seinem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić, er möge Serbien und Serben, aber Kosovo möge er nicht. Außenminister Petříček erinnerte daran, dass Tschechien genauso wie etwa 100 andere Länder Kosovo anerkannt hat. Es ist laut Petříček im Interesse der europäischen Sicherheit, dass die Länder des westlichen Balkans der EU beitreten, falls sie die notwendigen Bedingungen erfüllen würden.

Der christdemokratische Abgeordnete Jiří Mihola, der Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Abgeordnetenhauses ist, erinnerte daran, dass nicht einmal der Staatspräsident seine Sympathien oder Antipathien auf diese Weise den Medien mitteilen darf. Ein Staatsmann müsse auch Diplomat sein, so der Vizechef der Christdemokraten.

Zentrum der Roma und Sinti soll bis 2023 in Prag entstehen

Das Museum für Roma-Kultur mit Sitz in Brno / Brünn will im Jahr 2023 in Prag ein Zentrum der Roma und Sinti eröffnen. Der Bau wird rund eine Million Euro kosten, die Kosten dafür werden aus den sogenannten Norwegischen Fonds beglichen. Das sagte Museumsdirektorin Jana Horváthová am Dienstag der Nachrichtenagentur ČTK.

Es werde kein sehr geräumiges Gebäude für ein Museum sein. Daher rechne man vielmehr damit, dass in Prag eine Art Gemeinschaftszentrum für Roma entstehen wird, erläuterte Roman Truksa vom Museum aus Brünn.

Tschechiens Bevölkerung auf fast 10,67 Millionen Menschen gewachsen

Die Bevölkerung in Tschechien nimmt weiter zu. Im ersten Halbjahr dieses Jahres ist ihre Zahl um knapp 19.000 Leute auf insgesamt 10 Millionen und 669.000 Menschen gestiegen. Der Anstieg wurde ausschließlich durch die Zuwanderung ausländischer Migranten erreicht. Von den fast 21.000 Personen, die von Januar bis Ende Juni nach Tschechien gekommen sind, haben die Ukrainer mit über 40 Prozent den höchsten Anteil. Ansonsten sind hierzulande im genannten Zeitraum in etwa 2000 Menschen mehr gestorben als Babys geboren wurden. Diese Angaben hat das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Mittwoch auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Ebenso gestiegen ist die Bevölkerungszahl von Prag. Im ersten Halbjahr wurden 6444 Menschen mehr in der Hauptstadt registriert als Ende Dezember 2018. Im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung aber ist die Zahl der Neugeborenen im Jahresvergleich gewachsen, und zwar um 1115 Säuglinge.

Fußball – EM-Qualifikation: Tschechien siegt in Montenegro mit 3:0

Die tschechische Fußball-Nationalmannschaft hat ihr fünftes Gruppenspiel in der Qualifikation zur Europameisterschaft am Dienstagabend in Podgorica gegen Gastgeber Montenegro mit 3:0 gewonnen. Alle drei Treffer fielen erst nach dem Seitenwechsel, die Torschützen waren die Mittelfeldspieler Tomáš Souček, Lukáš Masopust und Vladimír Darida. Souček und Masopust trafen kurz nach der Pause nach zwei Standards, Hertha-Profi Darida verwandelte in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter.

In einer weiteren Begegnung der Gruppe A bezwang England das Team aus Kosovo mit 5:3. Spitzenreiter England ist am 11. Oktober in Prag der nächste Gegner der tschechischen Mannschaft. Gut einen Monat später empfangen die Schützlinge von Trainer Jaroslav Šilhavý den Kosovo zum vermutlich entscheidenden Spiel um den zweiten Gruppenplatz. Nur der Erste und Zweite jeder Gruppe sind direkt für die EM qualifiziert.

Das Wetter am Donnerstag, 12. September

Am Donnerstag ist es in Tschechien wolkig, im Nordwesten vereinzelt Regenschauer. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 20 und 24 Grad Celsius, in den Lagen um 1000 Meter werden 16 Grad Celsius erreicht.

11-09-2019