Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

13-08-2019

Tschechische Bauern gegen Reduzierung der Tierhaltung

Die tschechischen Bauern lehnen die Kampagnen ab, in denen die Tierhaltung als eine bedeutende Quelle der Treibhausgas-Emissionen bezeichnet wird. Ein Impuls für diese Stellungnahme war der vor kurzem veröffentlichte UN-Bericht zum Anteil der Landwirtschaft an der Methanerzeugung sowie der Kohleoxid- und Stickstoffoxidproduktion.

Die Landwirte in Tschechien stellen sich gegen den Vorschlag, die Tierhaltung zu reduzieren. Die Schweine- und Rinderbestände seien hierzulande in den zurückliegenden 30 Jahren um zwei Drittel zurückgegangen, im Vergleich zu Frankreich und zu Deutschland seien sie gering, teilte der Leiter der Agrarkammer im Kreis Plzeň / Pilsen, Jaroslav Šíma, am Montag gegenüber der Presseagentur ČTK mit.

Gericht: Okamura muss sich bei Journalisten-Institut entschuldigen

Der Vorsitzende der Rechtspartei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) und Abgeordnete Tomio Okamura muss sich beim Institut für unabhängigen Journalismus wegen übler Nachrede entschuldigen. Das hat am Dienstag das Prager Stadtgericht entschieden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, und Okamuras Anwalt sagte gegenüber Journalisten, dass man in Berufung gehen werde. In einer Erklärung teilte Okamuras Partei zudem mit, dass sie mit dem Urteil nicht einverstanden sei.

Das Institut für unabhängigen Journalismus betreibt unter anderem das Internetportal HlídacíPes.org. (in Deutsch etwa: Wachsamer Hund). Dort wurde im Dezember 2017 ein Artikel veröffentlicht, in dem die Autorin behauptete, dass der Politiker in seiner Eigentumserklärung nicht den Erlös des Verkaufes seines Anteils an den Prager Restaurants angegeben habe. Der Anteil muss vermerkt werden, wenn er eine Höhe von 100.000 Kronen (3.900 Euro) überschreitet. Vor dem Gericht wurde am Dienstag erklärt, dass Okamura diesen Anteil für 20.000 Kronen (780 Euro) verkauft haben soll.

Okamura hatte damals sehr harsch auf den Internetbeitrag reagiert. Er bezeichnete die Webseite als eine betrügerische Einrichtung, die noch dazu eng mit dem Milliardär und Philanthropen George Soros verknüpft sei. Und die Journalisten betitelte er als „mediale Kloake“.

Deník N: Wegen Schulden büßen Muslime ihr Prager Gebetshaus ein

Die muslimische Gemeinde in Prag hat ihr Gebetshaus in einem Gebäude im achten Stadtbezirk eingebüßt. Die Immobilie hat der Gerichtsvollzieher für eine Million Kronen (39.000 Euro) versteigern lassen, der Grund für deren Pfändung waren Schulden für Gasenergie in Höhe von 22.000 Kronen (850 Euro). Die Muslime haben sich deshalb mit einem Hilfegesuch an Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) gewandt. Im Streit um das Haus wollen sie notfalls bis vor das Verfassungsgericht ziehen, schrieb am Dienstag das Internetportal Deník N.

Wegen des Gerichtsentscheids fand am Sonntag in dem Gebetshaus eine Kundgebung statt. Man werde dieses Zentrum nicht freiwillig verlassen. Hier habe man sich stets um ein gutes und freundschaftliches Miteinander bemüht. Von daher wolle man auch weiter in dieser gemeinnützigen Einrichtung leben. Das Gesetz, auf dessen Grundlage es zum Besitzwechsel gekommen ist, halte man für ungerecht. Und darauf werde man weiter mit Nachdruck aufmerksam machen, sagte der ehemalige Eigner Bader Eknaifith.

Tscheche erhält Bewährungsstrafe wegen Hitler-Grußes

Ein Mann wurde in Tschechien wegen des Hitler-Grußes zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt. Zudem muss er laut Urteil des Gerichts im ersten Prager Stadtbezirk eine Geldstrafe in Höhe von 30.000 Kronen (1200 Euro) zahlen. Das Urteil vom Montag ist noch nicht rechtskräftig, der Mann ging sofort in Berufung.

Der Tscheche hat bei einer Kundgebung der rechten Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD) im Prager Stadtzentrum im April den Hitler-Gruß gezeigt. Er behauptet, er habe damit nicht seine Zustimmung zum Nationalsozialismus ausgedrückt, sondern habe die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern und Gegnern der tschechischen Partei SPD besänftigen wollen.

ČSÚ: Diesjährige Getreideernte wird höher als 2018 sein

Die Getreideernte in Tschechien wird in diesem Jahr um acht Prozent höher ausfallen als im vergangenen Jahr. Sie wird eine Gesamtmenge von fast sieben Millionen Tonnen erreichen. Das geht aus der Einschätzung hervor, die das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Dienstag abgegeben hat. Dazu hat sie den Wachstumsstand zum 15. Juli zugrunde gelegt. Die Rübenernte hingegen werde schlechter sein – im Jahresvergleich wird sie um 15,3 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Tonnen zurückgehen, hieß es.

Die vor einem Monat vorgenommene Prognose fiel etwas optimistischer aus: Damals rechnete man mit einem Zuwachs der Getreideernte von 8,5 Prozent und einem Rückgang der Rübenernte von 12,2 Prozent.

Prag lädt zum Leierkastenfestival ein

Im Prager Stadtzentrum findet an diesem Dienstag ein eintägiges Leierkastenfestival statt. Dabei führen Drehorgelmusiker aus mehreren Ländern Europas ihre Instrumente vor. Zu einem Besuch laden Konzerte in der Nikolaus-Kirche auf dem Altstädter Ring, auf der Kampa-Insel sowie im Tschechischen Musikmuseum ein.

Das Festival ist mittlerweile eines der wichtigsten Drehorgeltreffen überhaupt. Es wird in Prag seit 2014 unter dem Motto „Die Drehorgel lebt!“ veranstaltet.

Das Wetter am Mittwoch: wolkig mit Regen oder Schauern, bis 23 Grad

Am Mittwoch ist es in Tschechien heiter bis wolkig, vereinzelt treten Schauer auf. In Ostmähren und Mährisch-Schlesien zunächst bedeckt, hier ist örtlich mit Regen oder Schauern zu rechnen. Am Morgen vereinzelt auch Nebel oder tiefhängende Bewölkung. Erst am Abend nimmt die Bewölkung ab und es wird nahezu wolkenlos. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 19 und 23 Grad Celsius. Es weht ein schwacher Wind aus West bis Nordwest.

13-08-2019