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08-08-2019

Außenministerium bekommt im kommenden Haushaltsjahr mehr Geld

Die tschechische Diplomatie soll im kommenden Jahr 253 Millionen Kronen (9,8 Millionen) mehr bekommen, als bisher geplant. Darauf einigten sich Tschechiens Chefdiplomat Tomáš Petříček und Finanzministerin Alena Schillerová am Donnerstag. Derzeit sind 7,9 Milliarden Kronen (307 Millionen Euro) für das Außenministerium eingeplant, Petříček forderte ursprünglich weitere 1,5 Milliarden Kronen (58 Millionen Euro) mehr. Ansonsten müsse der konsularische Service für Tschechen im Ausland eingeschränkt werden, so der Sozialdemokrat. Außerdem müsste man zudem auf die geplante Botschaft in Singapur verzichten.

Die sozialdemokratisch geleiteten Ministerien haben sich in den vergangenen Wochen unzufrieden über den vorliegenden Haushaltsentwurf für 2020 gezeigt. Insgesamt fordern die Sozialdemokraten 20 Milliarden Kronen (776 Millionen Euro) mehr für ihre Ressorts. Finanzministerin Schillerová bezeichnet dies jedoch als unrealistisch.

Medien: Botschafter im Iran verlässt Posten vorzeitig

Nach nur drei Jahren wird der derzeitige tschechische Botschafter in Teheran, Svatopluk Čumba, von seinem Posten abgezogen. Darüber berichtete das Nachrichtenportal Deník N am Donnerstag. Laut dem Internetmagazin soll Čumba in umstrittene Visavergaben an iranische Unternehmer verwickelt sein. Der Diplomat selbst weist dies zurück und betont, nicht vorzeitig aus seinem Amt geschieden zu sein.

Bereits in der Vergangenheit war die tschechische Botschaft in der Islamischen Republik in Kritik geraten, da sie leichtfertig Visa an Geschäftsleute verteilt haben soll. Dahinter soll die Tschechisch-slowakisch-iranische Handelskammer stehen, deren Vorsitzender der ehemalige Außenminister Jan Kavan ist.

Arbeitslosigkeit in Tschechien lag im Juli bei 2,7 Prozent

Die Arbeitslosigkeit in Tschechien ist im Juli auf 2,7 Prozent gestiegen. Das ist um einen Zehntelprozentpunkt mehr als im Juni. Das bedeutet, im Juli waren hierzulande 9400 Menschen mehr Menschen ohne Arbeit als im Monat davor. Die Gesamtzahl von etwas über 205.000 Erwerbslosen ist aber dennoch die niedrigste Anzahl für den Monat Juli seit dem Jahr 1997. Zudem hat auch die Zahl der freien Arbeitsstellen zugenommen, informierte am Donnerstag das zentrale Arbeitsamt in Prag.

Auf die bisherigen Monate bezogen ist der Anstieg im Juli erst der zweite Zuwachs an Erwerbslosen in diesem Jahr. Zuvor hatte die Arbeitslosenquote im Januar zugelegt, danach aber ist sie gesunken und hat im Juni stagniert.

Umweltministerium kritisiert mögliche Gifteinsätze gegen Feldmäuse

Die Erlaubnis des staatlichen Agrar-Forschungs- und Kontrollinstituts, Rattengift gegen Feldmäuse einzusetzen, könnte gesetzeswidrig sein. Dies teilte das Umweltministerium in einer Pressemitteilung am Donnerstag mit. Der Gifteinsatz würde Vögel und weitere Tierarten gefährden sowie eine negative Wirkung auf die Ökosysteme hierzulande haben.

Das Agrar-Forschungs- und Kontrollinstitut hatte den tschechischen Landwirten jüngst erlaubt, flächendeckend das Rattengift Stutox II auszulegen. Damit soll eine Übervermehrung von Feldmäusen eingedämmt werden. Diesen Schritt habe das Institut jedoch nicht mit dem Umweltministerium konsultiert, bemängelte das Ressort in der Mitteilung vom Donnerstag.

Nationalbibliothek schickt Bücher zum Entsäuern nach Deutschland

Über zwei Tonnen Bücher hat die Prager Nationalbibliothek am Donnerstag nach Aschau am Inn zum Entsäuern geschickt. Das meldete die Leitung der Bibliothek gegenüber Medien. Die gut 4000 Bände sollen bis Oktober behandelt werden, danach ist eine weitere Ladung geplant. Das Kulturministerium hat für die Prozedur sechs Millionen Kronen (233.000 Euro) bereitgestellt.

Durch eine sogenannte saure Hydrolyse sinkt der pH-Wert des Papiers und es wird brüchig und kann zerfallen. Durch die Entsäuerung können betroffene Werke für weitere Jahrzehnte konserviert werden. Bisher stehen zwei Entsäuerungsanlagen in Deutschland und der Schweiz, bald will die slowakische Nationalbibliothek in Bratislava eine eigene Maschine anschaffen.

Prag will Videomapping statt Neujahrsfeuerwerk

In Prag wird es kein traditionelles Neujahrsfeuerwerk mehr geben. Dies hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch entschieden. Stattdessen soll es laut der Stadtverwaltung ein großes Videomapping geben. Begründet wird die Entscheidung durch die Lärmbelastung für die Bewohner des Prager Zentrums sowie mit dem Tierschutz. Schon lange werden aber die hohen Kosten für das Spektakel kritisiert.

Traditionell findet das Neujahrsfeuerwerk in Prag am Abend des 1. Januar statt. Damit soll nicht nur das neue Jahr begrüßt werden, sondern auch die Staatsgründung am 1. Januar 1993. Das Feuerwerk 2019 dauerte insgesamt 10 Minuten und kostete 1,7 Millionen Kronen (66.000 Euro).

Das Wetter am Freitag, den 9. August

Am Freitag bleiben im Westen Tschechiens noch letzte Wolken hängen, während man sich im Osten über viel Sonnenschein freuen kann. Gegen Abend hin sind im Westen vereinzelte Schauer möglich. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 28 bis 30 Grad Celsius.

08-08-2019