Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

02-08-2019

Petříček: Russland ist verantwortlich für Erlöschen des INF-Vertrags

Der INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion (SU) aus dem Jahr 1987 ist erloschen. Für diese Tatsache macht der tschechische Außenminister Tomáš Petříček mit Russland den Nachfolgestaat der SU verantwortlich. Der Kreml habe sich in dieser Sache unverantwortlich verhalten, schrieb der tschechische Chefdiplomat am Freitag via Twitter. Der Vertrag habe über 30 Jahre lang in Europa wie auch in Tschechien für ein höheres Maß an Sicherheit gesorgt. Er selbst unterstütze daher alle Anstrengungen für die Ausarbeitung eines neuen Vertrags, unter Umständen auch in einem breiteren Format, ergänzte Petříček.

Washington hatte das Abkommen im Februar dieses Jahres mit einer halbjährigen Vorlauffrist gekündigt mit der Begründung, dass Moskau den Vertrag verletze. Russland hat diese Anschuldigung zurückgewiesen. In einer Erklärung teilt die Nato mit, dass Russland den INF-Vertrag weiter verletze und die „alleinige Verantwortung“ trage für das Erlöschen des Abkommens.

Prag gedenkt der Opfer des Roma-Holocausts

Die tschechische Hauptstadt Prag erinnert am Freitag an die Opfer des Roma-Holocausts. Der Prager Oberbürgermeister Zdeněk Hřib (Piraten) und weitere Stadtvertreter haben dazu am Gebäude des Neuen Rathauses, in dem der Magistrat der Stadt tagt, eine Roma-Flagge gehisst. Im siebten Prager Stadtbezirk wurde eine solche Flagge auf dem Wasserturm im Stadtteil Letná platziert. Eine Roma-Fahne weht ebenso auf dem Rathaus des ersten Stadtbezirks. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden im Konzentrationslager Auschwitz nahezu 3000 Roma ermordet.

„An diesem Tag ist es wichtig, daran zu erinnern, damit jeder weiß, wohin der Hass auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe führen kann. Solche Dinge dürfen sich nie mehr wiederholen“, sagte OB Hřib. Die Roma-Flaggen an den Prager Gebäuden bleiben bis zum Abend gehisst. Abschließend wird dann auf dem Platz des Friedens eine Gedenkkundgebung stattfinden, bei der unter anderem die Namen der Opfer einzeln verlesen werden.

Prager OB will Karlsbrücken-Reiniger belohnen

Der Prager Oberbürgermeister Zdeněk Hřib (Piraten) hat vorgeschlagen, den Reinigungsfachmann zu entlohnen, der in einer Guerilla-Aktion vor einigen Tagen das große Graffiti von der Karlsbrücke entfernt hat. Zugleich äußerte Hřib Zweifel am Vorgehen, das vom Denkmalschutzamt geplant worden war. Experten gaben am Donnerstag bekannt, dass das empfindliche Gemäuer der Karlsbrücke durch die Reinigung keinen Schaden genommen hat.

Ein Pfeiler der Brücke war vor zwei Wochen von zwei deutschen Touristen mit einem Graffiti beschmiert worden. Denkmalschützer hatten am Samstag mit einer schonenden Reinigung begonnen. In der Nacht auf Sonntag befreite der Fachmann Miloslav Černý das Prager Wahrzeichen auf eigene Initiative komplett von den Schmierereien. Zur Begründung sagte Černý, ein längeres Warten hätte eine chemische Behandlung des Steins nötig gemacht. So habe aber eine Hochdruckreinigung gereicht, meinte der Putzexperte.

Nationalbank korrigiert Konjunkturaussichten nach oben

Die Nationalbank hat die Konjunkturaussichten für Tschechien leicht nach oben korrigiert. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,6 Prozent anwachsen und im kommenden Jahr um 2,9 Prozent.

In der Prognose vom Mai hatten die Aussichten noch jeweils um einen Zehntelprozentpunkt niedriger gelegen.

Ausstellung zu 100 Jahren tschechische Ägyptologie

An der Prager Karlsuniversität ist am Donnerstag eine Ausstellung zu 100 Jahren tschechische Ägyptologie eröffnet worden. Sie zeigt die Geschichte dieser wissenschaftlichen Disziplin von den Anfängen bis zu den neuesten Entdeckungen aus diesem Jahr.

Im Mittelpunkt stehen dabei die Grabungen in Abusir, die altägyptische Totenstadt ist das Hauptforschungsgebiet der tschechischen Altertumswissenschaftler. Die Ausstellung im Karolinum läuft noch bis 8. September.

Fußball: Mladá Boleslav weiter in Qualifikation zur Europa League, Jablonec ausgeschieden

Von den zwei tschechischen Fußballvereinen in der Qualifikation zur Europa League hat nur der FK Mladá Boleslav die dritte Runde erreicht. Jablonec / Gablonz ist hingegen ausgeschieden.

Mladá Boleslav / Jungbunzlau siegte am Donnerstagnachmittag mit 3:2 beim kasachischen Verein Ordabassy Schymkent. Das Hinspiel in Tschechien vor einer Woche war 1:1 unentschieden ausgegangen. In der nächsten Qualifikationsrunde treffen die Autostädter auf den FCSB Bukarest.

Der FK Jablonec kam am Donnerstagabend vor eigenem Publikum nicht über ein 0:0-Unentschieden gegen Pjunik Erewan hinaus. Das Hinspiel in Armenien hatten die Nordböhmen mit 1:2 verloren.

Das Wetter am Samstag: wolkig mit Regen oder Schauer, bis 24 Grad

Am Samstag ist es in Tschechien überwiegend wolkig bis bedeckt. Tagsüber regnet oder schauert es in weiten Teilen des Landes, örtlich sind auch Gewitter möglich. Erst gegen Abend nimmt die Bewölkung ab und die Niederschläge lassen nach. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden nur um die 15 Grad Celsius erreicht. Es weht ein mäßiger Wind aus Nordwest bis Nord.

02-08-2019