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28-07-2019

Tschechische Diplomatie verurteilt Verhaftungen in Moskau

Das tschechische Außenministerium hat die Verhaftungen von über 1000 Menschen nach einer Demonstration in Moskau verurteilt. Man weise darauf hin, dass die Versammlungsfreiheit durch internationale rechtliche Abmachungen garantiert sei, so das Ressort in einer Stellungnahme via Twitter. Man müsse den Bürgern ermöglichen, auch auf diese Weise ihre Meinung zu sagen.

Am Samstag waren in der russischen Hauptstadt knapp 1400 Menschen am Rande eines nicht genehmigten Protestes festgenommen worden. Die Demonstranten taten ihren Unmut über den Ausschluss von Oppositionskandidaten bei den anstehenden Kommunalwahlen kund. Die Verhaftungen sorgten international für scharfe Kritik, unter anderem verurteilten die EU und die OSZE das Vorgehen der russischen Behörden.

Bayern und Tschechien ermitteln wegen Toten am Eisernen Vorhang

Im Falle von vier erschossenen Bürgern der ehemaligen DDR an der tschechoslowakische-deutschen Grenze haben bayerische und tschechische Behörden gemeinsame Ermittlungen eingeleitet. Dies bestätigte die Staatsanwaltschaft in Weiden Ende dieser Woche. Dabei soll die Rolle von insgesamt 41 teils hohen Funktionären der tschechoslowakischen KP sowie der damaligen Grenzeinheiten untersucht werden.

Die Fälle ereigneten sich im Zeitraum von 1967 bis 1986. Die Untersuchungen basieren auf einer Klage der Plattform für das Gedächtnis und das Gewissen Europas (PEMC). Im Visier der Ermittler sind unter anderem die ehemaligen tschechoslowakischen Regierungschefs Lubomír Štrougal und Peter Colotka.

Sonderbeauftragter will Autos aus Prager Stadtzentrum verbannen

Die Prager sollten vollständig auf Autos mit Verbrennungsmotor verzichten. Dies forderte der Ex-Umweltminister Martin Bursík in einem Gespräch für den Tschechischen Rundfunk. Der ehemalige Grünenpolitiker wurde vergangene Woche vom Prager Magistrat zum Sonderbeauftragten für nachhaltige Energiepolitik und Klima ernannt. Laut Bursík sollen die CO2-Emmissionen bis 2030 um 45 Prozent reduziert werden, 20 Jahre später soll die tschechische Hauptstadt CO2-neutral sein. Vorbilder für Prag sollten London oder Städte in Schweden sein, so der Umweltpolitiker in dem Interview.

Eine neue Studie hatte in diesem Monat festgestellt, dass tschechische Innenstädte vor allem stark durch Stickstoffdioxid belastet sind. Das Abgas stammt vornehmlich von Verbrennungsmotoren. Für mehr saubere Luft will der Sonderbeauftragte Bursík deshalb verstärkt auf Elektromobilität setzen.

Zuständige Abgeordnete loben zivilen Nachrichtendienst

Politiker des Kontrollausschusses für den zivilen Geheimdienst (BIS) im Abgeordnetenhaus haben die Arbeit der Organisation gelobt. Das geht aus einer Umfrage unter den zuständigen Parlamentariern hervor, die die Presseagentur CTK zum 25. Gründungsjubiläum der BIS durchgeführt hat. Dank der BIS gehöre Tschechien zu den sichersten Ländern der Welt, so beispielsweise Robert Králíček von der Regierungspartei Ano. Der Bürgerdemokrat Marek Benda lobte wiederum die internationalen Verbindungen des Nachrichtendienstes.

Kritik kam hingegen von Radek Rozvoral von der Rechtspartei „Freiheit und direkte Demokratie“ (SPD). Zwar leisteten die Agenten der BIS gute Arbeit, dennoch sollten sie in einigen Bereichen zurückhaltender sein, so der Abgeordnete.

Unbekannte entfernen Karlsbrücken-Graffiti vollständig

Unbekannte haben in der Nacht auf Sonntag das Graffiti von der Karlsbrücke entfernt, mit dem Sprayer das Kulturdenkmal Mitte des Monats beschmiert haben. Dies meldete der technische Dienst der Hauptstadt am Sonntag. Restauratoren hatten am Samstag begonnen, die Schmiererei fachgerecht zu entfernen. Nun müssen die Denkmalschützer überprüfen, ob der empfindliche Stein des über 600 Jahre alten Bauwerks bei der Guerilla-Reinigung nicht zu Schaden gekommen ist.

Ein Pfeiler der Karlsbrücke wurde vergangene Woche von zwei Männern aus Deutschland mit einer zwei mal fünf Meter großen Aufschrift beschmiert. Die Täter wurden auf frischer Tat ertappt und zu hohen Geldstrafen sowie einem fünfjährigen Einreiseverbot nach Tschechien verurteilt. Für den Vandalismus entschuldigte sich unter anderem der deutsche Botschafter in Prag.

Tschechin stirbt bei Sturz in österreichischen Alpen

Am Samstag ist eine Tschechin beim Aufstieg auf den Bosruck in den Ennstaler Alpen tödlich verunglückt. Dies meldete die Presseagentur APA unter Berufung auf die örtliche Polizei. Die 24-Jährige rutschte demnach auf dem nassen Wanderweg aus und stürzte 150 Meter in die Tiefe. Sie erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Die Frau war Teil einer 24-köpfingen Wandergruppe aus Tschechien, die auf den Gipfel des Bosruck steigen wollte. Der Rest der Gruppe wurde anschließend von der Bergwacht vom Berg geholt.

Das Wetter am Montag, 29. Juli

Auch am Montag hält das nasse Wetter an in Tschechien. Im ganzen Land ist mit Regen zu rechnen, im Osten und Westen kommt es zu teils heftigen Gewittern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 24 bis 29 Grad Celsius.

28-07-2019