Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

10-06-2019

Staatspräsident Zeman: Demonstrationen gegen Babiš haben keinen Sinn

Die Proteste gegen die Regierung von Andrej Babiš (Ano) haben laut Präsident Miloš Zeman keinen Sinn. Das Staatsoberhaupt sagte dies dem Radiosender Frekvence 1 am Sonntagabend. Er respektiere das Recht der Demonstranten, ihren Wunsch nach dem Rücktritt des Premiers zu äußern. Zeman bezeichnete die Kundgebungen als Unterstützungsversammlungen für jene tschechischen Politiker, die Babiš abberufen wollen.

Der Vizepremier und Parteichef der Sozialdemokraten, Jan Hamáček, hat sich am Sonntag mit den Organisatoren der Demonstrationen getroffen. Man hätte sich vor allem über Garantien für eine Unabhängigkeit der Justiz unterhalten, schrieb Hamáček auf Twitter nach dem Treffen.

Präsidialkanzlei-Chef soll versucht haben, Ermittlungen zu beeinflussen

Der Leiter der Präsidialkanzlei, Vratislav Mynář, soll wiederholt versucht haben, auf polizeiliche Ermittlungen Einfluss zu nehmen. Dies geht aus Schilderungen von Justizminister Robert Pelikán in den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks hervor. Demnach hat Mynář den Minister mehrfach aufgefordert, eine Beschwerde gegen die Ermittlungen gegen die Forstverwaltung Lány einzureichen.

Die Polizei hat vorgeschlagen, den Leiter des Tiergeheges in Lány, Miloš Balák, und einen Unternehmer anzuklagen. Beide stehen im Verdacht, öffentliche Aufträge manipuliert zu haben. Die Forstverwaltung Lány untersteht der Präsidialkanzlei und bewirtschaftet unter anderem das Gehege um das Präsidentenschloss in dem Ort.

Vor 77 Jahren: Massaker von Lidice

Vor 77 Jahren haben die Nationalsozialisten im mittelböhmischen Lidice das schlimmste Massaker auf tschechischem Boden angerichtet. Deutsche Sicherheitskräfte erschossen am 10. Juni 1942 alle Männer des Ortes, die meisten Kinder und viele Frauen wurden später in KZs und Vernichtungslagern ermordet. Insgesamt kamen rund 300 Menschen bei dem Massenmord ums Leben. Das Dorf wurde völlig zerstört.

Die NS-Führung initiierte das Massaker nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich. Es sollte eine Vergeltungsaktion sein. Die zentrale Gedenkveranstaltung für die Zerstörung von Lidice findet am Samstag statt.

Jeden dritten Tag ein tödlicher Arbeitsunfall in Tschechien

Etwa jeden dritten Tag stirbt in Tschechien ein Mensch bei einem Arbeitsunfall. Dies geht aus den Daten des Statistikamtes für 2018 hervor. Demnach werden täglich rund 120 Menschen bei der Arbeit verletzt. Am meisten Unfälle geschehen an Montagen.

Für das vergangene Jahr haben die Statistiker insgesamt 123 tödliche Verletzungen auf Arbeit gezählt. In den zurückliegenden Jahrzehnten ist die Zahl von tödlichen Arbeitsunfällen hierzulande kontinuierlich gesunken. 2003 waren es erstmals unter 200. Dahingegen starben 1969 noch 623 Menschen hierzulande bei der Ausübung einer bezahlten Tätigkeit.

Borkenkäfer und Dürre: Rekord-Holzeinschlag in Tschechien

Der Holzeinschlag hat im vergangenen Jahr in Tschechien ein absolutes Rekordniveau erreicht. Insgesamt 25,7 Millionen Kubikmeter Holz wurden gefällt. Das teilte das Statistikamt am Montag mit.

Der größte Teil des Einschlags war ungeplant und eine Folge der Schäden durch Borkenkäfer und Dürre. Insgesamt 23 Millionen Kubikmeter gefälltes Holz seien diesen beiden Ursachen zuzuordnen, sagte Jiří Hrbek vom Statistikamt.

Archäologische Expedition Monoxylon III erreicht Kreta

Die internationale archäologische Expedition Monoxylon III hat am Sonntag ihr Ziel auf Kreta erreicht. Alle Teilnehmer seien wohlauf, teilte Expeditionsleiter Radomír Tichý nach der Ankunft mit. Insgesamt 22 Wissenschaftler vor allem aus Tschechien waren in einem Einbaum vom griechischen Festland übers Meer bis auf die größte griechische Insel gefahren.

Die Expedition soll Erkenntnisse bringen über die Verbreitung von frühen Agrarkulturen im Mittelmeerraum. Sie knüpft an zwei Expeditionen von Archäologen aus Hradec Králové / Königgrätz aus den Jahren 1995 und 1998 an.

Tennis: Vondroušová klettert nach French-Open-Finale in Weltrangliste

Tennisspielerin Markéta Vondroušová ist nach ihrem unerwarteten Einzug ins Finale der French Open deutlich in der Weltrangliste geklettert. In dem Ranking wird sie nun auf Position 16 geführt. Vor dem Turnier in Paris hatte die 19-jährige Tschechin noch auf Platz 22 gelegen.

An der Spitze der Weltrangliste steht weiter die Japanerin Naomi Osaka. Beste Tschechin ist nach wie vor Karolína Plíšková auf Platz drei, nach dem Drittrunden-Aus bei den French Open musste sie den zweiten Platz räumen. Dort steht nun die Siegerin von Paris, Ashleigh Barty aus Australien.

Das Wetter am Dienstag, 11. Juni

Am Dienstag ist es in Tschechien zunächst leicht bewölkt oder sonnig. Am Nachmittag werden im böhmischen Landesteil die Wolken dichter, örtlich sind dann Schauer oder Gewitter möglich. Es wird erneut heiß bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 29 und 33 Grad Celsius, in Westböhmen nur bis 28 Grad Celsius.

10-06-2019