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16-05-2019

Premier Babiš: Donezk-Besuch von kommunistischem Abgeordneten widerspricht Regierungspolitik

Der Besuch des kommunistischen Abgeordneten Zdeněk Ondráček in der selbsternannten Volksrepublik Donezk widerspreche der Ausrichtung der tschechischen Außenpolitik. Dies sagte Premier Andrej Babiš (Partei Ano) auf Nachfrage am Donnerstag gegenüber Journalisten. Mit der Angelegenheit solle sich das Abgeordnetenhaus befassen, riet der Regierungschef. Am Mittwoch hatte sich bereits Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) von Ondráčeks Reise distanziert.

Ondráček hatte am Samstag an der Unabhängigkeitsfeier der von der Ukraine abtrünnigen Volksrepublik Donzek teilgenommen. Der tschechische Parlamentarier wurde dabei mit militärischen Ehren empfangen. Die ostukrainischen Regionen um die Städte Donezk und Luhansk haben sich nach dem Maidan-Umsturz in Kiew im Jahr 2014 von der Ukraine losgesagt. Seitdem tobt dort ein Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten.

Außenministerium erinnert mit Konferenz an EU-Beitritt

Für Tschechien gebe es keine Alternative zur EU-Mitgliedschaft. Dies sagte Chefdiplomat Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) am Donnerstag bei einer Konferenz im Außenministerium. Mit der Konferenz wird an den tschechischen Beitritt zur Europäischen Union am 1. Mai vor 15 Jahren erinnert. EU-Wettbewerbskommissarin Vera Jourová (Partei Ano) bezeichnete in ihrer Rede die tschechische EU-Mitgliedschaft als Erfolgsgeschichte. Premier Andrej Babiš forderte wie bereits zuletzt beim Gipfel in Sibiu, dass die Rolle der Nationalstaaten in der Union gestärkt werden müsste.

Hauptthema der Konferenz ist der politische und gesellschaftliche Wandel durch die Aufnahme Tschechiens in die europäische Familie, aber auch die Herausforderungen durch den Binnenmarkt. Allgemein gelten die Tschechen in der EU als größte Skeptiker. So liegt zum Beispiel die Beteiligung an Europawahlen hierzulande sehr niedrig, vor fünf Jahren gingen nur knapp 18 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen.

Polizei übt Wiedereinführung von Grenzkontrollen

In einer großangelegten Übung am Donnerstag will sich die tschechische Polizei auf eine mögliche Wiedereinführung von Grenzkontrollen vorbereiten. An dem Training nehmen außerdem Angehörige von Rettungsdiensten, Vollzug und Armee teil. Die Übung soll an allen Grenzen Tschechiens stattfinden.

Bereits in der Vergangenheit hat die Polizei eine Wiedereinführung von Grenzkontrollen zu einzelnen Nachbarstaaten geübt. Zuletzt betraf dies die Übergänge in Richtung Österreich. Tschechien ist im Jahr 2007 dem Schengener Abkommen beigetreten, damit sind sämtliche Kontrollen an Grenzübergängen weggefallen.

Studie: Tschechisches Steuersystem eines der schwierigsten weltweit

Tschechien hat im internationalen Vergleich eines der schwierigsten Steuersysteme. Dies zeigt der Index, den die Universitäten Paderborn und München zusammen mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO erstellt haben. Demnach liegt die Tschechische Republik auf Platz 85 von 100 bewerteten Volkswirtschaften.

Innerhalb der EU liegen Estland, Luxemburg und Litauen an der Spitze. Schlechter als Tschechien sind nur noch Italien, Griechenland und Kroatien. Weltweit das einfachste Steuersystem hat die Kanalinsel Jersey, gefolgt von Nicaragua, Mauritius und Estland.

Prag soll internationales Zentrum für Künstliche Intelligenz werden

Bis in fünf Jahren soll Prag zu einem internationalen Zentrum für Künstliche Intelligenz werden. Dies ist das Ziel einer Initiative von Technischer Hochschule, Karlsuniversität, Akademie der Wissenschaften und der Stadt Prag. Vor allem wolle man die besten Wissenschaftler in die tschechische Hauptstadt holen, erläuterte Michal Pěchouček von der Technischen Hochschule am Donnerstag bei der Vorstellung des Projektes.

Den Plänen nach sollen sich aber auch in Prag und Tschechien immer mehr Studierende mit Künstlicher Intelligenz befassen. Anstatt bisher 100 Absolventen in dem Bereich pro Jahr sollen es bis in fünf Jahren rund 500 sein.

General Řehka erhält Arnošt-Lustig-Preis

General Karel Řehka hat am Donnerstag den Arnošt-Lustig-Preis für Mut, Menschlichkeit und Gerechtigkeit erhalten. Die Auszeichnung sehe er als Ehre für alle Soldaten seiner Generation, hatte Řehka im Vorfeld gesagt. Gleichzeitig warnte der 44-Jährige vor der Gleichgültigkeit in der Gesellschaft. General Řehka ist derzeit stellvertretender Leiter der Nato-Truppen im polnischen Elbląg, davor stand er den Spezialeinheiten der tschechischen Armee vor.

Der Arnošt-Lustig-Preis wird seit 2012 verliehen. Über den Preisträger entscheidet eine Jury, die aus 14 Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Politik und Wissenschaft besteht. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem der Prager Erzbischof und ehemalige Dissident Václav Malý, der Kriegsveteran Bedřich Utitz und der Schriftsteller Jiří Stránský ausgezeichnet.

Tschechische Winzer gewinnen acht Goldmedaillen bei Concours Mondial de Bruxelles

Tschechische Winzer haben beim Concours Mondial des Bruxelles acht goldene und 17 silberne Medaillen gewonnen. Der Concours ist einer der größten Weinwettbewerbe der Welt und fand dieses Jahr erstmals im schweizerischen Aigle statt. Kommendes Jahr wird das südmährische Brno / Brünn Gastgeber sein für den Wettbewerb.

Am Concours nahmen dieses Jahr 9150 Weine aus 46 Ländern teil. Unter den tschechischen Vertreter waren Bohemia Sekt und die Schlosskellerei Zámecké vinařství Bzenec am erfolgreichsten, sie erhielten jeweils zwei Goldmedaillen.

Das Wetter am Freitag, 17. Mai

Am Freitag ist es in Tschechien meist heiter bis wolkig mit vereinzelten Schauern. Im Norden und Nordosten sind die Wolken dichter und die Niederschläge häufiger. Es wird wieder wärmer bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 16 und 20 Grad Celsius.

16-05-2019