Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

30-03-2019

Zweite Hälfte 2022: Tschechische EU-Ratspräsidentschaft erfordert viel Geld und Personal

Die EU-Ratspräsidentschaft der Tschechischen Republik im zweiten Halbjahr 2022 erfordert die Schaffung hunderter neuer Arbeitsplätze. Das geht aus den Materialien des Finanzministeriums in Prag hervor. Am Montag will dazu die Regierung verhandeln.

Wie die Tageszeitung „Deník N“ am Mittwoch schrieb, hält Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) die mit der Ratspräsidentschaft verbundenen Kosten für unzumutbar hoch. Er sehe darin keinen Sinn und habe angeblich – so das Blatt –auch schon darüber nachgedacht, dass Tschechien auf die halbjährige Führungsrolle in der Union verzichtet. Babiš hat diese Behauptung anschließend via Twitter abgestritten. Er wolle lediglich dafür sorgen, dass die Kosten beschränkt werden, so der Regierungschef.

Tschechien hat seine erste und bisher einzige Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2009 ausgeübt. Sie sorgte damals für einige Unruhe, weil inmitten dieser Amtsperiode der damalige Regierungschef Mirek Topolánek (ODS) durch ein konstruktives Misstrauensvotum der Abgeordneten entmachtet wurde. Die zweite Hälfte der damaligen EU-Führungsrolle wurde durch Premier Jan Fischer wahrgenommen, der den Vorsitz über eine übergangsweise Beamtenregierung hatte.

Christdemokrat Herman fordert Rücktritt von Ministerin Nováková

Der ehemalige Kulturminister, Christdemokrat Daniel Herman, hat die Delegierten des Parteitags seiner KDU-ČSL dazu aufgerufen, die Abberufung von Industrieministerin Marta Nováková (parteilos) einzufordern. Der Grund dafür sind die Verhandlungen der Ministerin mit ausländischen Investoren am Mittwoch in Prag. Auf Geheiß des chinesischen Botschafters in Tschechien musste der Vertreter Taiwans die Verhandlungen verlassen. Es sei nicht akzeptabel, dass die Wirtschaftsdiplomatie der Tschechischen Republik durch den Botschafter der Volksrepublik China bestimmt wird, heißt es in Hermans Entwurf zur Beschlussfassung des Parteitags. Darin fordert er auch den Rücktritt der Ministerin.

Gleichzeitig rief der ehemalige Vizeparteichef der Christdemokraten dazu auf, dass der Parteitag die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine unterstützt, die russische Aggression verurteilt und sich für die Fortsetzung der Sanktionen gegenüber Russland stark macht.

Diplomat aus Kuwait: Eine Botschaft in Jerusalem schürt Aggressionen

Die geplante Verlegung der tschechischen Botschaft in Israel nach Jerusalem schürt weitere Aggressionen. Das sagte der neue kuwaitische Botschafter in Prag, Rashid Faleh Al-Hajri, in einem Gespräch für die Nachrichtenagentur ČTK. Kuwait werde sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Tschechischen Republik einmischen, nichtsdestotrotz halte er den Umzug der tschechischen Botschaft in Israel für keine gute Lösung, so der Botschafter. Er bezeichnete die tschechisch-kuwaitischen Beziehungen als sehr gut, dennoch würde Kuwait einen noch stärkeren Handelsaustausch begrüßen.

Die Verlegung der tschechischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem wird besonders von Staatspräsident Miloš Zeman unterstützt. Zuletzt hat er dieses Vorhaben im November bei seinem Besuch in Israel bekräftigt. Zeman versprach, alles Notwendige für den Umzug zu tun, das letzte Wort in dieser Sache aber habe die Regierung in Prag.

Tschechien beteiligt sich an Umweltschutzaktion Earth Hour

Die Tschechische Republik schließt sich am Samstag zwischen 20:30 und 21:30 Uhr zum zehnten Male der Umweltschutzaktion Earth Hour (Stunde der Erde) an. Bekannt wurde sie auch unter dem Schlagwort Licht aus – es ist eine einfache Idee, die rasend schnell zu einem weltweiten Ereignis wurde. Am Samstagabend wird dazu an markanten Gebäuden für eine Stunde das Licht ausgeschaltet. Damit soll das Umweltbewusstsein wachgerüttelt werden, indem man Energie spart.

In diesem Jahr wollen in Tschechien mehr als 150 Städte und Gemeinden an der Aktion teilnehmen. Das Licht erlischt beispielsweise auf der Burg Spielberg in Brno / Brünn, im Elisabethbad und in der Maria-Magdalena Kirche in Karlovy Vary / Karlsbad oder in der Kirche des Heiligen Wenzel in der mittelböhmischen Stadt Mníšek pod Brdy. In Prag werden sich das Burggelände Vyšehrad / Wyschehrad, die Nationale Gedenkstätte Vítkov und das Aussichtsareal auf dem Laurenziberg (Hügel Petrín) verdunkeln. Hierzulande wird die Aktion vom Ökologischen Institut Veronica koordiniert.

Prager Zoo startet in seine 88. Besuchersaison

Der Prager Zoo hat am Samstag seine 88. Saison offiziell eröffnet. Bei dieser Gelegenheit wurde den Besuchern der aktuelle Neuzugang des Tierparks vorgestellt. Es ist der Kagu, ein etwa entengroßer, flugunfähiger Vogel, der auf der Insel Neukaledonien endemisch ist. Er gehört zu den bedrohten Vogelarten unseres Planeten.

In diesem Jahr will der Prager Zoo des Weiteren den Beutelteufel unter seine Fittiche nehmen. Das ist eine Tierart aus der Familie der Raubbeutler und deren größter lebender Vertreter. Er ist heute nur noch in Tasmanien zu finden und wird deshalb auch Tasmanischer Teufel genannt. Zudem soll die australische Exposition im Tierpark fertiggestellt und der Rakos-Pavillon für exotische Papageien eröffnet werden.

Eishockey: Jágrs Verein Rytíři Kladno patzt zum Auftakt der Relegation

Am ersten Spieltag der Relegation um die Teilnahme an der tschechischen Eishockey-Extraliga hat Zweitligist Rytíři Kladno am Freitag in Chomutov / Komutau eine 0:2-Niederlage kassiert. Kladno ist der Club des tschechischen Megastars Jaromír Jágr, der seit Sommer 2011 Mehrheitsaktionär der Ritter (Rytíři) ist. Nach seiner Rückkehr aus Nordamerika im Januar 2018 hat sich der europäische Top-Scorer und zweifache Stanley-Cup-Sieger der National Hockey League (NHL) zum Ziel gesetzt, mit seiner Mannschaft in die höchste Spielklasse aufzusteigen. Kladno ist seit fünf Jahren zweitklassig.

In der Relegation kämpfen die beiden schlechtesten Teams der Extraliga und die beiden Playoff-Halbfinalisten der zweiten Liga um zwei freie Plätze im Oberhaus. Dazu treten sie jeweils viermal (zweimal daheim, zweimal auswärts) gegeneinander an. In der zweiten Auftaktbegegnung bezwang Extraligist Pardubice vor eigenem Publikum den Zweitligisten aus Budweis mit 4:1. Am Sonntag empfängt Kladno das Team aus Pardubice, während die Piraten aus Chomutov in České Budějovice / Budweis auflaufen.

Das Wetter am Sonntag: heiter, später wolkig mit Schauern, bis 20 Grad

Am Sonntag ist es in Tschechien zunächst heiter bis wolkenlos. Im Tagesverlauf ziehen von Nordwesten her immer mehr Wolken auf, und besonders in Böhmen treten vereinzelt Schauer auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 15 bis 19 Grad, in Mähren und Mährisch-Schlesien steigt das Quecksilber teilweise auch auf 20 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden die Höchstwerte bei maximal 10 Grad Celsius liegen. Es weht ein schwacher Nordwind, der den Tag über etwas stärker wird.

30-03-2019