Täglicher Nachrichtenüberblick Täglicher Nachrichtenüberblick

12-02-2019

Ombudsfrau kritisiert Asylverfahren für chinesische Christen

Das Innenministerium habe bei den Asylverfahren für 78 chinesische Christen versagt. Dies konstatierte das Büro der tschechischen Ombudsfrau Anna Šabatová in einem aktuellen Bericht. Demnach hat das Ressort sämtliche Fristen verstreichen lassen und die Antragsteller nicht ausreichend über den Verlauf ihrer Asylverfahren informiert. Die Befunde der Ombudsfrau werden nun Teil weiterer Verhandlungen vor Gerichten.

Rund 80 chinesische Christen sind im Jahr 2016 nach Tschechien geflüchtet und haben hier einen Asylantrag gestellt. Bis Anfang des Jahres lehnte das Innenministerium die meisten der Anträge ab. Die Anwälte der chinesischen Flüchtlinge glauben aber, dass nicht jedes Gesuch einzeln geprüft wurde. Laut Menschenrechtlern drangsaliert das Regime in Peking die Christen im eigenen Land.

Piraten vermuten unerlaubte Begünstigungen bei OKD-Verkauf

Beim Verkauf eigener Anteile am Kohleförderer OKD im Jahr 2004 könnte der tschechische Staat das Unternehmen Karbon Invest unerlaubt begünstigt haben. Dies konstatierte der Piraten-Abgeordnete und Leiter der OKD-Untersuchungskommission Lukáš Černohorský in einer Stellungnahme am Montag. Demnach ließ der damalige Finanzminister Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) sämtliche Verkaufsunterlagen vom Büro des Karbon-Invest-Eigners Zdeněk Bakala ausarbeiten. Damit sei die Europäische Kommission getäuscht worden, hieß es. Die Kommission verfolgte die Privatisierung von OKD damals kritisch.

Der Staat verkaufte seine Anteile an dem Kohleförderer unter Wert für 4,1 Milliarden Kronen (heute 159 Millionen Euro) an das Unternehmen des Financiers und Medienmoguls Bakala. Dieser steht unter Verdacht, das Traditionsunternehmen in den Folgejahren überschuldet und ruiniert zu haben.

Extremismusbericht: Migrantenfeindlichkeit nicht wahlentscheidend

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen Herbst haben rechte Parteien nicht mit migranten- und islamfeindlicher Rhetorik punkten können. Dies geht aus dem Extremismusbericht für das vierte Quartal 2018 hervor, den das Innenministerium am Montag veröffentlicht hat. Die Bürger hätten sich auf lokaler Ebene nicht von fremdenfeindlichen Themen überzeugen lassen, heißt es in dem Bericht. Das zeige sich unter anderem in den schlechten Wahlergebnissen der klassischen Rechtsparteien.

Abgesehen davon stellte das Innenministerium in dem Papier fest, dass sich Rechts- und Linksextremisten verstärkt über sogenannte quasi-mediale Projekte artikulieren. Das habe im Sommer unter anderem Nato-feindliche Diskussionen nach dem tödlichen Anschlag auf drei tschechische Soldaten in Afghanistan befeuert.

Internationales Presseinstitut erhält Ableger in Tschechien

Das Internationale Presseinstitut (International Press Institute) mit Sitz in Wien hat nun auch in Tschechien einen Ableger. Man wolle die Pressefreiheit verteidigen und in Momenten der Einschränkung sich einschalten, sagte der Vorsitzende des tschechischen Presseinstitutsausschusses, Michal Klíma. Zu den Begründern der Institution gehört unter anderem auch Veronika Sedláčková vom Tschechischen Rundfunk.

Das Internationale Presseinstitut wurde 1950 ins Leben gerufen. Es gilt als älteste Organisation zur Stärkung der Pressefreiheit. Zuletzt waren 115 Staaten dem Institut angeschlossen.

Guardian: Karlsbader Filmfestival eines der besten Filmfestivals in Europa

Wegen seiner Verbindung jugendlicher Energie mit einem historischen Setting gehört das Filmfestival in Karlový Vary / Karlsbad zu den sechs besten in Europa. Eine entsprechende Rangliste veröffentlichte die britische Tageszeitung The Guardian in ihrer Montagsausgabe. Gelobt wird vor allem, dass in Karlsbad auch kleinere Produktionen viel Raum erhalten.

The Guardian hat unter anderem die großen Festivals in Cannes oder Venedig in seine Liste aufgenommen, aber auch das Trickfilmfestival im französischen Annecy oder das Kopenhagener CPH:DOX.

Streit um Slawisches Epos: Moravský Krumlov muss Schlossflügel modernisieren

Die Stadt Prag hat ihre Bedingungen dafür genannt, dass das „Slawische Epos“ von Alfons Mucha in Moravský Krumlov / Mährisch Kromau ausgestellt werden kann. So müsse die Modernisierung des Schlossflügels, in dem der Bilderzyklus gezeigt werden soll, gesichert sein. Dies teilte ein Sprecher des Prager Magistrats mit.

Der Bürgermeister von Moravský Krumlov, Tomáš Třetina, zeigte sich zuversichtlich. Demnach wollen neben der südmährischen Stadt auch der Kreis Südmähren und das Kulturministerium die Kosten der Modernisierung tragen. Die 20 großformatigen Bilder sollen rund fünf Jahre lang im Rittersaal des Schlosses ausgestellt werden. Der Saal wurde zwar restauriert, aber weiter fehlen Klimaanlage, Heizung und eine geeignete Beleuchtung.

Tennis: Tschechinnen treffen in Fed-Cup-Relegation auf Kanada

Die tschechischen Tennisfrauen haben in der Relegation des Fed Cups Heimrecht und treffen auf Kanada. Das hat das Los am Sitz des Tennis-Weltverbandes ITF in London ergeben. Die Begegnung wird am 20. und 21. April ausgetragen.

In den vergangenen acht Jahren haben die Tschechinnen insgesamt sechs Mal den Fed Cup gewonnen. Für sie ist es die erste Relegationsteilnahme seit 2008. Teamkapitän Petr Pála sagte, er werde solche Spielerinnen berufen, die Tschechien in der Begegnung mit Kanada zum Favoriten machen. Am Wochenende hatten die Tschechinnen in der ersten Runde des Fed Cups gegen die Rumäninnen um die ehemalige Weltranglistenerste Simona Halep verloren.

Das Wetter am Mittwoch, 13. Februar

Am Mittwoch ist es in Tschechien zunächst meist stark bewölkt mit Schnee und später Regen. Im Laufe des Tages lassen die Niederschläge nach, und die Bewölkung lockert auf. Nur in den Bergen kann es weiter schneien oder regnen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 3 bis 7 Grad Celsius.

12-02-2019