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27-12-2018

Zeman würdigt Regierung und kritisiert Demonstranten

In seiner sogenannten „Weihnachtsbotschaft“ ging Präsident Miloš Zeman am Mittwoch auf Themen ein, mit denen er sich seit Jahren beschäftigt. Er lobte die Vorsitzenden der Ano-Partei, der Kommunisten und der Sozialdemokraten dafür, dass sie sich an der Entstehung der Regierung beteiligten. Zeman würdigte des Weiteren den Kampf der V4-Staaten gegen die Flüchtlingsquoten. Er unterstützte zudem den Einsatz tschechischer Soldaten im Ausland. Der Präsident kritisierte die Demonstranten, die gegen Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) protestierten.

Zemans Rede wurde vom öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen, den privaten TV-Sendern TV Nova und TV Barrandov, vom öffentlich-rechtlichen Tschechischen Rundfunk und von der Nachrichtenagentur ČTK übertragen.

Politiker: Zeman überrascht mit seiner Rede nicht

Die Politiker halten die Weihnachtsansprache von Präsident Miloš Zeman nicht für überraschend. Der Staatspräsident fasste ihren Worten zufolge nur seine Ansichten zusammen.

Der Parteichef der Bürgerdemokraten Petr Fiala erinnerte gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK daran, dass Zeman die Zivilgesellschaft, die Medien sowie die Kritiker der Regierungskoalition kritisierte. Über seine Vorstellungen über die Zukunft des Landes habe der Präsident jedoch nichts gesagt, erklärte Fiala. Der Vorsitzende der Piratenpartei Ivan Bartoš wies Zemans Worte zurück, mit denen er die Demonstrationen gegen die Regierung kritisierte. Der Parteichef der Top 09 Jiří Pospíšil erklärte, er sei durch Zemans Rede enttäuscht. Diese enthielt dem Politiker zufolge nur kontroverse Erklärungen. Zeman spalte systematisch die Gesellschaft, sagte der Top-09-Chef.

Opposition: Babišs Standpunkt zu Huawei ist unverantwortlich und servil

Die Erklärungen von Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) beim Treffen mit dem chinesischen Botschafter Chang Tien-min wegen Warnungen vor den Produkten der Firmen Huawei und ZTE waren unverantwortlich und servil. Das sagten mehrere tschechische Oppositionspolitiker. Babiš traf mit dem chinesischen Botschafter auf dessen Wunsch kurz vor Weihnachten zusammen, um über die Warnung der Tschechischen Behörde für Cyber- und Informationssicherheit (NÚKIB) vor der Nutzung der Software und der Hardware der Firmen Huawei und ZTE zu sprechen. Einem Pressebericht der chinesischen Botschaft zufolge sagte der Premier, die Erklärung der Behörde für Cybersicherheit sei nicht der Standpunkt der Regierung. Im Januar soll Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) den chinesischen Botschafter empfangen.

Der Abgeordnete und Experte für auswärtige Angelegenheiten der Piratenpartei, Mikuláš Peksa, erinnerte daran, dass der Premier unter anderem für die Cyber-Sicherheit Tschechiens verantwortlich ist. Daran sollte der Premier Peksa zufolge bei den Verhandlungen mit Vertretern der Länder, die die tschechische Cyber-Sicherheit gefährden, denken. Der Vorsitzende der Top-09-Fraktion im Abgeordnetenhaus Miroslav Kalousek sagte, der chinesische Botschafter habe den tschechischen Premier vorgeladen. Andrej Babiš habe sich bei den Chinesen entschuldigt, so Kalousek. Die Tschechische Republik sei in Händen serviler Kollaborateure mit undemokratischen Großmächten, erklärte der Oppositionspolitiker.

Bergleute fangen nach tragischer Explosion wieder an zu arbeiten

Die Bergleute von der Kohlegrube ČSM in Stonava bei Karviná sind am Donnerstag zum ersten Mal seit der tragischen Methan-Explosion vom vergangenen Donnerstag wieder in die Arbeit gegangen. Sie wollten nicht über ihre Gefühle sprechen, einige räumten ein, dass sie mehr Angst als zuvor haben.

Vor der Kohlegrube brennen viele Kerzen, mit denen die Menschen die Opfer des Unglücks ehren. Bei der Explosion sind vor einer Woche 13 Bergleute ums Leben gekommen, zwölf Kumpel stammten aus Polen. Zwölf weitere Bergleute wurden verletzt. Zwei von ihnen werden auch weiterhin in der Uni-Klinik für Verbrennungsmedizin in Ostrava / Ostrau behandelt. Der Zustand eines der Verletzten ist kritisch.

Pianist Kahánek spielt im Rudolfinum

Der tschechische Pianist Ivo Kahánek trat am Mittwoch im Rahmen des Kammerkonzertzyklus „Romantische Abende“ im Suk-Saal des Prager Rudolfinums auf. Auf dem Programm standen Werke von Ludwig van Beethoven, Leoš Janáček und Fryderyk Chopin. Das Konzert wird mit demselben Programm am Donnerstag im Rudolfinum wiederholt.

Ivo Kahánek ist nach Rudolf Firkušný der zweite tschechische Pianist, der mit den Berliner Philharmonikern auftrat. In diesem Jahr spielte er als Gast der Tschechischen Philharmonie beim Konzert, das anlässlich des 100. Jahrestags der Entstehung der Tschechoslowakei stattfand.

Eishockey: Tschechien besiegt Schweiz bei der U20-WM

Die tschechischen Junioren haben im ersten Spiel bei der U-20-Eishockeyweltmeisterschaft in Vancouver das Team der Schweiz mit 2:1 in Verlängerung besiegt. Das entscheidende Tor schoss der Verteidiger David Kvasnička.

Am Samstag trifft die tschechische Nationalmannschaft auf das Team Russlands.

Das Wetter am Freitag, 28. Dezember

Am Freitag ist es in Tschechien wolkig, im Norden des Landes mit Regen, in Lagen um 900 Meter mit Schneefall. Die Tageshöchsttemperaturen bewegen sich zwischen 4 und 8 Grad Celsius.

27-12-2018