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Tschechien und Polen wollen Haltungen der V4-Länder zum UN-Migrationspakt nicht koordinieren

Tschechien und Polen sehen keinen Grund dafür, die Haltungen der V4-Länder zum UN-Migrationspakt zu koordinieren. Das sagten die Außenminister Tschechiens und Polens, Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) und Jacek Czaputowicz, am Donnerstag in Warschau. Tschechien und Polen lehnen den Pakt ab genauso wie Ungarn. Die Slowakei hat bisher die Ratifizierung des Migrationspaktes nicht ausdrücklich abgelehnt. Petříček erklärte am Donnerstag, Tschechien wolle mit ähnlich denkenden Ländern bei der Suche nach einer Lösung des Migrationsproblems zusammenarbeiten. Die tschechische Regierung wird nächste Woche den endgültigen Standpunkt zum Pakt beziehen. Petříček sowie Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) deuteten zuvor an, dass der Standpunkt ablehnend sein wird. Petříček ist davon überzeugt, dass die Visegrad-Länder neue Initiativen bei der Lösung der Migrationskrise vorlegen können. Die V4-Länder arbeiten seinen Worten zufolge mit Italien beim Schutz der libyschen Küste zusammen.

Polen ist nach Deutschland und der Slowakei das dritte der Nachbarländer Tschechiens, die Petříček nach seiner Amtseinführung im Oktober besucht. Er lud Czaputowicz zu Besuch Tschechiens ein. Der Besuch soll anlässlich des 20. Jahrestags des Nato-Beitritts der beiden Länder erfolgen.

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

Die Arbeitslosigkeit ist in Tschechien erneut leicht zurückgegangen. Im Oktober lag die Quote bei 2,8 Prozent, im September waren es noch 3,0 Prozent gewesen. Insgesamt suchten rund 215.600 Menschen hierzulande nach einer Beschäftigung. Dies sei die niedrigste Zahl seit dem Juni 1997, teilte das zentrale Arbeitsamt mit. Die Zahl der freien Arbeitsstellen stieg auf fast 316.900.

Die Wiederbelebung auf dem Arbeitsmarkt geht vor allem auf saisonale Faktoren zurück, die Saisonarbeiten und die Tourismussaison sei noch nicht beendet worden, hieß es vom Arbeitsamt.

EU-Kommission: Tschechien muss Rechtsvorschriften über Luftqualität den EU-Regeln anpassen

Die EU-Kommission hat am Donnerstag Tschechien aufgefordert, seine Rechtsvorschriften, die die Luftqualität betreffen, den EU-Regeln anzupassen. Tschechien hat zwei Monate Zeit, um zu reagieren.

Die EU-Kommission stieß in Tschechien und in Bulgarien auf Mängel bei der Implementierung einiger Bestimmungen der Richtlinie über die Luftqualität in deren Rechtsvorschriften.

Vier neue Vorschläge für Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes

Tschechien will weitere vier Traditionen zum immateriellen Kulturerbe der Unesco vorschlagen. Dabei handelt es sich um die traditionelle Herstellung von Bierfässern, das Webhandwerk aus der mährischen Region Horňácko, die Dudelsackmusik und die Produktion von Chenille-Textilien in Hlinsko. Der Nationale Rat für traditionelle Volkskultur hat diese für die Eintragung in die Unesco-Liste vorgeschlagen, wie eine Sprecherin des Kulturministeriums am Donnerstag mitteilte.

Ende November wird der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe über die Aufnahme der früheren Nominationen entscheiden. Dazu gehören das für Mitteleuropa typische Blaudruck-Stofffärbeverfahren und die Glasperlenproduktion aus dem Riesengebirge.

Tschechisch-deutsches Team beschreibt Transportmechanismus von Arzneimitteln an Zellen

Ein Team aus tschechischen und deutschen Forschern hat einen bisher unbekannten Mechanismus des passiven Transports von Peptiden an Zellen beschrieben. Dies gab das Institut für organische Chemie und Biochemie der tschechischen Akademie der Wissenschaften am Donnerstag in einem Pressebericht bekannt.

Die Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA publiziert. Der einfache Transport von Arzneimitteln direkt an die Zellen ist eines der wichtigsten Ziele der pharmazeutischen Industrie.

Ausstellung in Prag erinnert an Diplomat Maximilian Lobkowicz

Eine Ausstellung über Diplomat Maximilian Lobkowicz (1888-1967) wurde im Palais Lobkowicz auf der Prager Burg eröffnet. Sie zeigt bisher nicht veröffentlichte Dokumente, die mit der Karriere und dem Privatleben des tschechoslowakischen Diplomaten zusammenhängen. Zu sehen ist auch Korrespondenz von Maximilian Lobkowicz mit namhaften Politikern und seine Portraits von Maler Viktor Stretti und Fotograf František Drtikol. Die Ausstellung haben die Kuratoren der Lobkowicz-Sammlungen anlässlich des 100. Gründungstags der Tschechoslowakei zusammengestellt.

Die Ausstellung mit dem Titel „Maximilian Lobkowicz, ein Diplomat in den Diensten der Tschechoslowakei“ ist im Palais Lobkowicz bis Ende Januar 2019 zu sehen.

Das Wetter am Freitag, 9. November

Am Freitag ist es in Tschechien hochnebelartig bedeckt mit Nieselregen. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 9 bis 13 Grad Celsius, im Osten bis 15 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 9 Grad Celsius erreicht.