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Tschechiens Politiker nehmen an Feiern zu 100 Jahren Republik in der Slowakei teil

Dank der Entstehung der Tschechoslowakei vor 100 Jahren haben die Tschechen und Slowaken nach Meinung von Präsident Miloš Zeman deren Nationalität und Sprache nicht verloren. Das sagte der tschechische Staatspräsident am Dienstag während der Feierlichkeiten in der slowakischen Stadt Martin / St. Martin in der Turz. Trotz der Auflösung der Tschechoslowakischen Föderation Ende 1992 seien die Tschechen und Slowaken in der EU wieder zusammengekommen, erklärte Zeman. Er ist davon überzeugt, dass es in der Welt keine zwei Völker gibt, die sich näher stehen würden, als das tschechische und das slowakische Volk. Tschechische und slowakische Politiker erinnern in Martin an die Unterzeichnung der sogenannten Martiner Deklaration.

Die Politiker legten am Vormittag Kränze am Gebäude nieder, in dem am 30. Oktober 1918 die sogenannte Martiner Deklaration erlassen wurde. Slowakische Volksvertreter, die sich selbst als Slowakischer Nationalrat bezeichneten, stimmten durch die Deklaration des slowakischen Volkes dem Beitritt ihres Landes zu einem gemeinsamen Staat mit den Tschechen bei.

Militärpolizei ermittelt zur Veröffentlichung vertraulicher Informationen

Die Militärpolizei hat Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Durchsickern vertraulicher Informationen eingeleitet. Diese betreffen eine geheime Operation tschechischer Streitkräfte in Afghanistan. Verteidigungsminister Lubomír Metnar informierte über die Ermittlungen am Montag Premier Andrej Babiš (Ano) und die Öffentlichkeit. Weitere Details wollte er nicht mitteilen.

Vor zwei Wochen berichtete die Tageszeitung Lidové noviny, die tschechischen Sondereinheiten hätten sich an der Operation beteiligt, bei der Drahtzieher des Anschlags auf tschechische Soldaten im August in Bagram getötet beziehungsweise verhaftet worden seien. Die Veröffentlichung der Informationen wurde von Sicherheitsexperten kritisiert. Der Verteidigungsminister ließ diese überprüfen, nachfolgend wurden die Ermittlungen eingeleitet.

Parteien loben Arbeit von Polizeipräsident Tuhý

Die Parteien haben die Arbeit von Polizeipräsident Tomáš Tuhý gelobt. Tuhý tritt zum 31. Oktober zurück. Er wird Botschafter Tschechiens in der Slowakei sein. Vertreter der politischen Parlamentsparteien haben im Abgeordnetenhaus am Dienstag erklärt, dass sie sich darauf konzentrieren möchten, wer Tuhýs Nachfolger im Amt des Polizeipräsidenten wird. Der Parteichef der Christdemokraten Pavel Bělobrádek erinnerte daran, er habe als Vizepremier mit Tuhý im Sicherheitsrat des Staates lange zusammengearbeitet. Er sei davon überzeugt, dass Tuhý viel Arbeit geleistet habe, so der Christdemokrat.

Der Vorsitzende der Top 09-Fraktion Miroslav Kalousek sagte, der Polizeipräsident verdiene Dank. Tuhý habe vor der Entscheidung gestanden, ob er bleibe und Probleme haben werde oder ob er zurücktrete und keine Probleme haben werde, so Kalousek. Der Vizechef des Bündnisses Stan, Vít Rakušan, erklärte, es würde ihn nicht freuen, wenn zu einem derartigen Austausch im Amt wegen irgendwelchen laufenden Ermittlungen kommen würde. Er räumte ein, dass ihn Tuhýs Ablösung durch jemand anderen beunruhige.

In Prag wird der Opfer der stalinistischen Repressionen gedacht

Am Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Prag wurde am Montagabend das Andenken der in der Sowjetunion hingerichteten Tschechen geehrt. Bei der Gedenkveranstaltung wurden Namen von 80 Menschen vorgelesen, die die sowjetischen Behörden am 28. September 1938 im ukrainischen Schytomyr hinrichten ließen. 78 der Personen hatten tschechische Wurzeln, Sie wurden vom Geheimdienst NKWD als Mitglieder einer „tschechischen militärisch-aufständischen Spionageorganisation“ bezeichnet.

Der Historiker vom Prager Institut für das Studium totalitärer Regime (ÚSTR), Jan Dvořák, teilte vor kurzem mit, dass Dokumente aus den ukrainischen Archiven belegen, dass der sowjetische Geheimdienst die Beweise über die angebliche aufständische Tätigkeit der Tschechen gefälscht hat und dass er mit Folterungen das Geständnis der Menschen erzwungen hat. Die Familien haben dem Historiker zufolge nicht geahnt, dass ihre Nächsten hingerichtet wurden, weil die Behörden die Totenscheine gefälscht hatten.

Prag schloss sich der internationalen Gedenkveranstaltung, die von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial initiiert wurde, zum zweiten Mal an.

In Jihlava werden Dokumentarfilmpreise vergeben

In Jihlava / Iglau ist am Montagabend das Internationale Dokumentarfilmfestival mit der Preisverleihung zu Ende gegangen. Zur besten tschechischen Filmdokumentation wurde Uzamčený svět (auf Deutsch: Die verriegelte Welt) des Dokumentaristen Karel Žalud gekürt. Im vierstündigen Streifen wird das Leben in Tschechiens Gefängnissen gezeigt. Der Preis für das beste ausländische Filmdokument ging an den belgischen Streifen Vacancy von Alexandra Longuet. Mit dem Preis für das Lebenswerk wurde der französische Regisseur Jean Luc Godard geehrt.

Das 22. Dokumentarfilmfestival in Iglau wurde von über 5000 Zuschauern besucht. In elf Wettbewerbssektionen waren 161 Filmdokumentationen im Rennen. Insgesamt wurden mehr als 300 Filme gezeigt.

Stürmischer Wind: 30.000 Haushalte ohne Strom und Komplikationen im Verkehr

Wegen stürmischem Wind in der Nacht auf Dienstag sind 30.000 Haushalte in Tschechien am Dienstagmorgen ohne Strom geblieben. Am stärksten betroffen sind die Regionen Nordmährens und Ostböhmens. Sturmböen haben zudem den Verkehr auf Schienen und Straßen beeinträchtigt, da an vielen Orten Bäume auf die Verkehrswege stürzten. Die Warnung des Wetterdienstes vor dem Windsturm gilt bis Dienstagabend. Im Riesengebirge kann die Windgeschwindigkeit bis zu 120 Stundenkilometer erreichen.

Das Wetter am Mittwoch, 31. Oktober

In Tschechien ist es am Mittwoch heiter, örtlich mit Frühnebel. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 11 bis 15 Grad Celsius, im Osten Mährens und Schlesiens 17 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 9 Grad Celsius erreicht.