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In Tschechien beginnen offizielle Feierlichkeiten zum 100. Gründungstag der Tschechoslowakei

In Tschechien haben am Samstag die offiziellen Feierlichkeiten zum 100. Gründungstag der Tschechoslowakei begonnen. Hunderte von Menschen nahmen am Umzug des Turnvereins Sokol im Prager Stadtzentrum teil. Auf dem Wenzelsplatz und auf dem Altstädter Ring in Prag fanden Konzerte statt.

Anlässlich des bevorstehenden Staatsfeiertags traf der tschechische Andrej Babiš (Ano-Partei) am Samstag in der Villa Kramář mit seinen Amtskollegen aus Luxemburg, Polen und der Slowakei und mit Vertretern der Regierungen Kroatiens, Sloweniens und Rumäniens zusammen. Präsident Miloš Zeman empfing auf der Prager Burg Diplomaten.

Am Wochenende sind die Regierungs- und Parlamentsgebäude sowie einige der Ministerien für die Öffentlichkeit geöffnet. Der Tag der offenen Tür wird auch im Prager Repräsentationshaus veranstaltet. Am Samstag kann zudem das Gebäude des Regierungsamtes besichtigt werden. An die Entstehung der selbständigen Republik wird auch in den Regionen erinnert.

Macron plädiert in Prag für einheitliche EU

Die EU darf nicht in den Westen und den Osten gespalten werden, sie wird nur dann erfolgreich, wenn sie einheitlich sein wird. Das sagte der französische Staatspräsident Emmanuel Macron während seines offiziellen Besuchs in Prag. Er hob zudem das Interesse Frankreichs und Tschechiens am Aufbau einer gemeinsamen europäischen Verteidigung. Während der Gespräche mit dem tschechischen Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) würdigte Macron die bilaterale Zusammenarbeit. Sie sprachen über deren Vertiefung im Bereich der Digitalisierung und in der Wissenschaft und Forschung. Betont wurde zudem die Zusammenarbeit im Kulturbereich. Mit seinem tschechischen Amtskollegen Miloš Zeman diskutierte Macron unter anderem über die Situation im Nahen Osten und über die wirtschaftliche Zusammenarbeit einschließlich der Energiewirtschaft. Am Samstag besuchte der französische Staatspräsident die Nationalgalerie, die in ihrer neuen Dauerausstellung Werke der sogenannten „französischen Sammlung“ zeigt, die der tschechoslowakische Staat vor 95 Jahren gekauft hat.

Emmanuel Macron ist am Freitagabend zu seinem ersten offiziellen Besuch nach Tschechien gekommen. Der Anlass war die Hundertjahrfeier der Ausrufung der selbständigen Tschechoslowakei.

Neue Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute zum Staatsfeiertag vereidigt

Zum Staatsfeiertag haben Hunderte von neuen Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleuten am Samstag auf der Prager Burg öffentlich ihren Eid abgelegt. Die Zeremonie wurde von Staatspräsident Miloš Zeman, Verteidigungsminister Lubomír Metnar (parteilos), Generalstabschef Aleš Opata, Polizeipräsident Tomáš Tuhý und Chef der Tschechischen Feuerwehr Drahoslav Ryba abgenommen.

Zeman erinnerte an die vor kurzem in Afghanistan gefallenen tschechischen Soldaten. Er sagte, es sei die Aufgabe Tschechiens, zu verhindern, dass sich derartige Angriffe wiederholen und zu erreichen, dass auch das Risiko von Terroranschlägen gegen Tschechien reduziert werde. Zeman erklärte, mit den Terroristen verhandle man nicht, sondern man kämpfe gegen sie.

Historisches Gebäude des Nationalmuseums wieder geöffnet

Das historische Gebäude des Nationalmuseums wurde nach einem lange dauernden Umbau am Samstag wieder geöffnet. An der feierlichen Eröffnung nahmen mehrere Politiker teil. Präsident Miloš Zeman kritisierte in seiner Rede die Tatsache, dass in Prag keine neuen schönen Gebäude erbaut werden. Er wünsche den Kommunalpolitikern, dass sie mehr Mut haben und moderne Architekten bevorzugen, sagte der Präsident. Bevor Zeman zu reden begann, hat ein sein Kritiker gegen ihn im Museum laut protestiert. Der Mann sagte unter anderem, ein Präsident, der lügt und Diktaturen unterstützt, sei eine Schande.

Premier Andrej Babiš (Ano-Partei) würdigte in seiner Rede bedeutende Persönlichkeiten der Tschechoslowakei und Tschechiens. An der Eröffnung des Nationalmuseums nahm auch der slowakische Premier Peter Pellegrini teil.

In Prag findet Happening für Demokratie statt

Über 100 Menschen haben sich im Rahmen eines Happenings für Demokratie durch Prag begeben. Das Happening wurde als ein Trauerumzug gestaltet. Den Veranstaltern zufolge wurde die Demokratie begraben. Die Mehrheit der Teilnehmer war in schwarz, einige zogen sich Masken über den Kopf mit Fotografien von Präsident Miloš Zeman, Premier Andrej Babiš (Ano-Partei), dem Vorsitzenden der Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ Tomio Okamura und Vojtěch Filip (Kommunisten). Die Veranstalter des Happenings halten diese Personen für die größte Gefahr für die Demokratie.

Das Happening wurde von der Aktivistengruppe Kaputin veranstaltet.

Ex-Außenminister Schwarzenberg warnt vor nationalem Egoismus

Der Ex-Außenminister und Ehrenvorsitzende der Partei Top 09, Karel Schwarzenberg, hat am Freitag im Abgeordnetenhaus daran erinnert, dass er der letzte Abgeordnete ist, der die Erste Tschechoslowakische Republik erlebt hat. Es sei 1918 ein sehr zivilisierter Wandel des Systems gewesen, sagte der Politiker. „Seien wir Kaiser Karl I. dankbar, der verboten hat, Gewalt anzuwenden, “ bemerkte Schwarzenberg zu den Ereignissen von 1918.

In dem weiteren Teil seiner Rede war er jedoch sehr kritisch. Er erinnerte daran, dass eine von T. G. Masaryks Ideen der europäische Gedanke war. Er sagte: „Wir sind jedoch eher dadurch bekannt geworden, dass uns Europa nicht interessiert. Die EU-Fördergelder werden mit Begeisterung geschöpft, aber wir tragen möglichst wenig bei und mit der Solidarität sieht es bei uns nicht gut aus.“ Seine „Humanität“ hat der Staat laut Schwarzenberg gezeigt, als Tschechien die Waisenkinder aus Syrien abgelehnt hat. Die Bürger haben dem Ex-Außenminister zufolge alle Ideale verloren und übrig geblieben sei nur der nationale Egoismus.

Das Abgeordnetenhaus bekannte sich am Freitag zum Vermächtnis vom 28. Oktober 1918. Die Vorsitzenden aller Parlamentsparteien hielten Reden anlässlich des bevorstehenden Staatsfeiertags.

Außenminister begrüßt Auszeichnung des in Russland inhaftierten Filmemachers Senzow

Der tschechische Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) hat die Verleihung des Sacharow-Preises dem in Russland inhaftierten ukrainischen Filmregisseur Oleh Senzow begrüßt. Senzows persönlicher Mut erinnere uns an die Verpflichtung der Tschechischen Republik, die Menschenrechte in der Welt zu verteidigen, teilte Petříček via Twitter mit. Er gratuliere dem Filmemacher, der dank seiner festen moralischen Haltung den Respekt in der Welt genieße, so der Außenminister. Das Europaparlament hat am Donnerstag dem Kritiker der russischen Annexion der Krim den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit verliehen. In einer vom tschechischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung wird die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass Oleh Senzow wird den Preis im Dezember persönlich entgegennehmen können und dass Russland den politischen Gefangenen freilassen wird.

Senzow wurde für seine Kritik der russischen Annexion der Krim in Russland zu 20 Jahren Haft verurteilt. Er sitzt in einem sibirischen Straflager. Von Mitte Mai bis zum 6. Oktober war er in Hungerstreik getreten. Er beendete ihn wegen der Drohung, zwangsernährt zu werden. Viele renommierte Künstler und auch Politiker setzen sich für seine Freilassung ein.

Das Wetter am Sonntag, 28. Oktober

Am Sonntag ist es in Tschechien überwiegend bedeckt mit Regen, im Nordwesten in Lagen um 800 Meter mit Schneeschauern. Die Tageshöchsttemperaturen liegen zwischen 6 bis 7 Grad Celsius, in Mähren zwischen 7 und 12 Grad Celsius. In Lagen um 1000 Meter werden 2 Grad Celsius, in den Beskiden 8 Grad Celsius erreicht.