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Visegrad-Gipfel: EU ist ein sensationelles Projekt

Die Staatspräsidenten Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und Polens sind sich darin einig, dass die Europäische Union ein sensationelles Projekt ist sowie ein Zukunftsprojekt, an dem man arbeiten muss. Das sagte das slowakische Staatsoberhaupt Andrej Kiska nach dem ersten Diskussionsblock des zweitägigen V4-Gipfeltreffens am Donnerstag im slowakischen Kurort Štrbské Pleso / Tschirmer See.

Der tschechische Präsident Miloš Zeman soll bei dem Treffen laut seinem Sprecher die Rolle der vier Visegrad-Länder in der Migrationsfrage hochgeschätzt und diese aufgefordert haben, weiterhin einig zu bleiben.

Babiš hofft an Beschleunigung der Brexit-Verhandlungen

Der tschechische Premier Andrej Babiš (Ano) hofft, dass die Brexit-Verhandlungen nach dem Parteitag der britischen Konservativen beschleunigt werden. Es bleibe nicht viel Zeit übrig, sagte Babiš nach der Sitzung des EU- Ausschusses des Abgeordnetenhauses am Donnerstag in Prag. Die Verhandlungen seien bisher nicht vorangeschritten und man komme in eine kritische Phase, weil der Brexit-Vertrag bis Ende November vorliegen sollte, so der tschechische Premier.

Als das schwierigste Problem, das bisher nicht gelöst wurde, betrachtet er die Festlegung der Grenze zwischen Irland und dem britischen Nordirland. Eine feste Grenze könnte zu neuen Konflikten in der Region führen, warnt Babiš.

Streit zwischen Ano und ODS beeinträchtigt Koalitionsverhandlungen in Großstädten

Der Streit zwischen der Ano-Partei und den Bürgerdemokraten (ODS) wegen der um 180 Grad gekippten Koalitionsverhandlungen beider Parteien in Brno / Brünn, scheint sich nun auch auf andere Stadtvertretungen auszuweiten. So wurde am Mittwoch bekannt, dass die angestrebte Dreierkoalition zwischen dem Bündnis der siegreichen Bürgermeister für den Kreis Liberec mit den Parteien Ano und ODS nicht zustande kommt. Die Ano-Partei habe es abgelehnt, mit der ODS in einer Koalition zu sein, hieß es zur Begründung. Man suche aber weiter nach der Möglichkeit einer Zusammenarbeit dreier Partner, sagte der Leader des siegreichen Bürgermeister-Bündnisses, Jaroslav Zámečník.

Dass die Auseinandersetzung zwischen den beiden stärksten Parlamentsparteien regional unterschiedlich gesehen wird, belegen die Koalitionsverhandlungen in Olomouc / Olmütz. In der zentralmährischen Stadt hat sich die siegreiche Ano-Partei mit der ODS, den Christdemokraten (KDU-ČSL) und der Bewegung spOLečně auf eine Koalition im Rathaus geeinigt.

Gedenktafel zur Zwangsumsiedlung von 1938 in Mikulov enthüllt

Im südmährischen Mikulov / Nikolsburg wurde am Mittwoch eine Gedenktafel enthüllt zur Zwangsumsiedlung der tschechoslowakischen Bürger vor 80 Jahren. Die Umsiedlung war das direkte Ergebnis des Münchner Abkommens vom 29. Oktober 1938, nach dem die Tschechoslowakei ihre Sudetengebiete an Hitler-Deutschland abtreten musste. Das Anbringen der Gedenktafel unterhalb des jüdischen Friedhofs wurde vom Brünner Verein für Museumswesen und Landeskunde initiiert. Man wolle damit kundtun, die Vor- und Nachkriegsgeschichte in der damaligen Tschechoslowakei nicht nur einseitig zu betrachten, erklärte der Verein.

In den Medien werde jetzt sehr häufig an die Vertreibung der Deutschen im Jahr 1945 erinnert, doch weitaus weniger spreche man über die Zwangsumsiedlung im Jahr 1938, sagt Jan Mervart vom Verein für Museumswesen und Landeskunde. Aufgrund des Münchner Abkommens hatte die Tschechoslowakei fast ein Drittel ihres Territoriums verloren. Ihre Heimatorte verlassen mussten damals Hunderttausende Tschechen, Juden und deutsche Antifaschisten.

Škoda-Gewerkschafter erteilen Plänen zur Produktionsverlagerung erneute Absage

Die Gewerkschafter des Autoherstellers Škoda haben den Überlegungen der Konzernleitung, die Produktion des Škoda Superb nach Deutschland zu verlegen, erneut eine deutliche Absage erteilt. „Wir geben die Produktion des Modells Superb auf keinen Fall her!“ schrieben die Gewerkschafter in der aktuellen Ausgabe ihres Wochenblatts, das am Donnerstag erschienen ist.

Sie begründeten ihre Haltung damit, dass der Superb das Flaggschiff der Marke sei und damit die eigene DNA verkörpere. Zudem seien der Großteil des Betriebsgewinns und so auch die Bonuszahlungen an die Arbeitnehmer gerade auf dieses Produktionssegment zurückführen, heißt es. Auch die Festlegung, den Samstag zu einem verbindlichen Arbeitstag zu machen, haben die Gewerkschafter abgelehnt.

Polizei warnt vor neuer Synthetik-Droge

Die Polizei warnt vor einer neuen Synthetik-Droge in Tschechien. Diese war in den letzten Wochen im Mährisch-Schlesischen Kreis im Umlauf. Das Rauschmittel namens Cocolino könne die Gesundheit und das Leben seiner Konsumenten bedrohen, so eine Polizeisprecherin.

Das Synthetik-Cannabis hatte bisher zwei Todesopfer gefordert. Insgesamt 23 Personen haben sich damit vergiftet.

Das Wetter am Freitag, den 12. Oktober

Am Freitag gibt es in Tschechien viel Sonnenschein, nur in der Früh kann es neblig sein. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Höhenlagen über 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 16 Grad Celsius.