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Tschechischer Rundfunk: Mutmaßliche Attentäter beschatteten Skripal zuvor bei Prag-Besuch

Die mutmaßlichen Skripal-Attentäter hatten den russischen Ex-Doppelagenten einem Bericht zufolge schon länger im Visier. „Es sieht danach aus, dass die Russen ein Kommando innegehabt und Sergei Skripal bereits lange vor dem Mordversuch beschattet haben“, sagte eine namentlich nicht genannte Geheimdienstquelle dem tschechischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die beiden mutmaßlichen Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU seien im Oktober 2014 unter den Tarnnamen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow nach Tschechien gereist, berichtete der Sender am Mittwoch. Zur gleichen Zeit habe auch Sergej Skripal den Nato-Mitgliedsstaat besucht. Dort soll er sich mit tschechischen Geheimdienstmitarbeitern ausgetauscht haben.

Eine Gruppe von Investigativ-Journalisten hatte vor kurzem nach eigenen Angaben die wahre Identität der beiden mutmaßlichen Attentäter enthüllt. Ihr Besuch in Prag habe 2014 sowohl die Spionageabwehr als auch eine Polizeieinheit für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität auf den Plan gerufen, berichtete der Rundfunksender. Offizielle Stellen wollten sich dazu nicht äußern. Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März in England mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Es gibt inzwischen mehr Hinweise auf eine russische Urheberschaft als nur die Tatsache, dass Nowitschok in der Sowjetunion entwickelt wurde. Investigativ-Journalisten haben nach eigenen Angaben mittlerweile auch die wahre Identität des zweiten mutmaßlichen Skripal-Attentäters enthüllt, wie die Recherche-Webseite Bellingcat berichtete.

Konferenz zu Ehren des aktuellen Václav-Havel-Preis-Trägers in Prag

Eine internationale Konferenz zu Ehren von Ojub Titijew, dem diesjährigen Gewinner des Václav-Havel-Preises, findet am Mittwoch in der Prager St.-Anna-Kirche statt. An der Diskussion mit dem Titel „Eine unerträgliche Leichtigkeit des Bösen“ nehmen unter anderen die Finalistin des Havel-Preises, die kubanische Dissidentin Rosa María Payá, sowie weitere Bürgerrechtler teil. Der aktuelle Preisträger, der tschetschenische Menschenrechtler Ojub Titijew, und der dritte Finalist, der bahrainische Oppositionsführer Najeeb Radschab, sitzen in ihren Ländern im Gefängnis. Sie werden bei der Konferenz durch ihnen nahe stehende Personen vertreten.

Der Preis, der nach dem ehemaligen tschechischen Präsidenten Václav Havel benannt ist, wird vom Europarat gemeinsam mit der Václav-Havel-Bibliothek und der Charta 77-Stiftung verliehen. Der Name des diesjährigen Gewinners wurde am Montag in Straßburg bekannt gegeben.

Tschechische Spendensammlungen für Erdbebenopfer in Indonesien gehen weiter

Tschechische Hilfsorganisationen haben bei Spendensammlungen für die Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Indonesien bisher schon über eine Million Kronen (40.000 Euro) zusammengetragen. Die Sammlungen führen die Tschechische Caritas, die Diakonie der Tschechischen evangelischen Kirche und die Hilfsorganisation ADRA durch. Wie die Vertreter der Organisationen erklärten, würden die Spendensammlungen fortgesetzt, solange die Öffentlichkeit ein Interesse daran zeige.

Darüber hinaus hat das tschechische Außenministerium zugesichert, Indonesien finanziell zu helfen.

Festival israelischer Filme beginnt in Prag

In Prag beginnt am Mittwoch das Festival israelischer Filme „Kolnoa“. Bei rund 50 Vorstellungen werden 20 Filme in den Kinos Pilotů, Kino 35 und Lucerna gezeigt. Eröffnet wird das Festival mit den Filmen „Virgins“ der Regisseurin Keren Ben Rafael und „Geula“ von den Regisseuren Yossi Madmony und Boaz Yehonatan Yakov. Der Hauptdarsteller von „Geula“ Moshe Folkenflick wurde mit dem Preis für die männliche Hauptrolle beim diesjährigen Filmfestival in Karlovy Vary / Karlsbad geehrt.

Neben den Filmvorstellungen werden während des Festivals im Restaurant Etnosvět und auf dem sogenannten Manifesto Market traditionelle israelische Gerichte serviert. Das Festival endet am 14. Oktober.

Tschechische Philharmonie eröffnet Konzertsaison

Die Tschechische Philharmonie eröffnet am Mittwoch mit einem Konzert im Prager Rudolfinum ihre 123. Konzertsaison. Auf dem Programm steht die 2. Sinfonie c-Moll „Auferstehung“ von Gustav Mahler. Das Orchester spielt unter der Leitung seines neuen Chefdirigenten Semjon Bytschkow. Als Solisten treten die deutsche Sopranistin Christiane Karg und die österreichische Mezzosopranistin Elisabeth Kulman auf.

Bei den Konzerten am 17., 18. und 19. Oktober wird die Tschechische Philharmonie im Rudolfinum Antonín Dvořáks 7. Sinfonie d-Moll und die Sinfonie für acht Singstimmen und Orchester von Luciano Berio spielen. Berios Werk wird in Prag erstmals nach 20 Jahren wieder erklingen.

Eishockey - CHL: Pilsen bleibt ungeschlagen, Aus für Třinec und Hradec

Der tschechische Extraligist Škoda Pilsen hat in der Champions Hockey League das fünfte Spiel in Folge gewonnen. Am 5. Spieltag der Gruppenphase bezwangen die Westböhmen am Dienstagabend vor eigener Kulisse den slowakischen Meister aus Banská Bystrica mit 6:4. Die Pilsener standen bereits vor der Partie als Achtelfinalist fest.

Die Vereine Oceláři Třinec und Mountfield Hradec Králové haben dagegen keine Chance mehr auf das Weiterkommen. Třinec verlor am Dienstag zu Hause gegen das norwegische Team aus Storhamar mit 2:3, Hradec unterlag der finnischen Mannschaft Kärpät Oulu auswärts ebenfalls 2:3. Am Mittwoch kann sich der tschechische Meister Kometa Brünn mit einem Heimsieg gegen den EV Zug als zweite tschechische Vertretung für das Achtelfinale qualifizieren.

Das Wetter am Donnerstag: sonnig heiter und windig, bis 24 Grad

Am Donnerstag ist es in Tschechien überwiegend sonnig heiter bis nahezu wolkenlos. Am Morgen und am Vormittag treten indes vereinzelt auch Nebelfelder auf. Die Tageshöchsttemperaturen liegen bei 20 bis 24 Grad Celsius. In Höhenlagen über 1000 Meter liegen die Höchstwerte bei 17 Grad Celsius. Es weht ein frischer Wind aus Südost, der besonders in der Böhmisch-Mährischen Höhe zu starken Windböen führen kann. Zum Abend schwächt der Wind ab.